Nervös wie ein Fluchthelfer – Rio Reiser war der Stasi verdächtig

War im Visier der Staatssicherheit: Popsänger Rio Reiser (hier ein Bild aus seinen Solojahren) wurde für nervös befunden, was DDR-Spione nach Kreuzberg lockte.

War im Visier der Staatssicherheit: Popsänger Rio Reiser (hier ein Bild aus seinen Solojahren) wurde für nervös befunden, was DDR-Spione nach Kreuzberg lockte.

Überwacht wurde Rio Reiser von der Stasi schon, bevor er – zumindest im Pop – der „König von Deutschland“ wurde. Sieben Jahre dauerte die Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet.

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Verdächtiges Verhalten bei Kaffee und Hamburger Schnitzel

Das erste Mal fiel Reiser den DDR-Behörden auf, als er im April 1976 auf der Transitstrecke von West-Berlin nach Lauenburg unterwegs war. „Nervöses Verhalten“ hätten Reiser und sein Bekannter gezeigt, so steht es in Geheimdienstakten, in die „Der Spiegel“ Einblick hatte.

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Man hielt das Duo für Fluchthelfer, fuhr ihm umgehend hinterher und bemerkte, dass die beiden während einer Pause bei – selbst unwichtige Details wurden aufgelistet – Kaffee und Hamburger Schnitzel verdächtig leise sprachen. Eine Beobachtung erschien der Stasi deshalb geboten.

So sollte ein Stasi-Mitarbeiter Reiser auskundschaften, kam aber nicht weit, weil er die falsche Hausnummer hatte. Bis 1983 dauerte das Ausspionieren eines „breiten Personenkreises“ um den Musiker.

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Mit seiner 1970 gegründeten Band Ton Steine Scherben brachte der gebürtige Berliner Reiser Kultalben und -songs des deutschen Alternativrocks heraus, lange bevor die Bezeichnung gängig war. Mit anarchischen Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ und „Keine Macht für niemand“ galt die Band auch dem bundesdeutschen Establishment als verdächtig. Später machte Reiser mit Songs wie „König von Deutschland“ und „Junimond“ auch im Alleingang Karriere. 1996 starb er an inneren Blutungen. Bis heute zählt er zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Popmusik.

RND/big

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