Nach Kritik an Söring-Empfang: Transatlantik-Beauftragter verteidigt sich

Peter Beyer begrüßt Jens Söring bei seiner Ankunft in Deutschland – und erntet Kritik.

Peter Beyer begrüßt Jens Söring bei seiner Ankunft in Deutschland – und erntet Kritik.

Berlin. Nach dem Empfang des in den USA als Doppelmörder verurteilten Deutschen Jens Söring am Frankfurter Flughafen hat sich der Transatlantik-Beauftragte Peter Beyer gegen Kritik verteidigt. „Ich fand es richtig“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“, nachdem er Söring am Dienstag bei dessen Ankunft in Frankfurt begrüßt hatte. Dagegen äußerte etwa der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff Kritik. „Herr Söring ist kein Staatsgast, sondern ein Verbrecher, der seine Strafe verbüßt hat. Daher hat Herr Beyer – als Vertreter der Bundesregierung – bei seinem Empfang in Deutschland nichts verloren“, sagte Lambsdorff.

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Nach 33 Jahren Haft, die meiste Zeit davon in den USA, war Söring am Dienstag zurück nach Deutschland gekommen. Am Frankfurter Flughafen wurde er von seinen Unterstützern in Empfang genommen, unter ihnen war auch Beyer. Söring – heute 53 Jahre alt – war wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Morde aus dem Jahr 1985 zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld. Vor wenigen Wochen hatte das zuständige US-Gremium entschieden, Söring auf Bewährung freizulassen und abzuschieben.

Beyer hegt nach wie vor Zweifel an Sörings Schuld

In der „Bild“ erneuerte Beyer seine Zweifel an der Schuld Sörings. „Jeder, der halbwegs bei juristischem Verstand ist, muss dafür plädieren, dass dieser Mensch nicht hinter Gitter gehört“, zitierte ihn die Zeitung. Man müsse „blind sein, wenn man nicht sieht, dass es mehr als erhebliche Zweifel gibt, dass er überhaupt am Tatort war“. Beyer hatte bereits früher darauf hingewiesen, dass keine einzige der am Tatort gefundenen DNA-Spuren zu Söring passe. Beyer teilte mit, er sei als Bundestagsabgeordneter nach Frankfurt gereist. „Es gab keinen offiziellen Auftrag.“ Vertreter des Freundeskreises Jens Söring hätten ihn gebeten, dabei zu sein, wenn Söring wieder in seiner Heimat ankommt. „Mit dem Freundeskreis habe ich Kontakt, weil ich den Fall seit mittlerweile etwa zehn Jahren begleite. Zweimal habe ich Jens Söring im Gefängnis besucht.“

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Söring bleibe zwar ein in den USA rechtskräftig verurteilter Doppelmörder, „doch in Deutschland gibt es keinen Fall Jens Söring, er gilt hier als unbescholtener Bürger“, teilte er weiter mit.

RND/dpa

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