64 Todesopfer

Sechs Jahre nach Brand in Bukarester Nachtclub: Hohe Haftstrafen für Verantwortliche

Das Treffen hatte ein juristisches Nachspiel im Amtsgericht Dresden (Symbolbild).

Mehr als sechs Jahre nach dem verheerenden Brand in einem Bukarester Nachtclub mit 64 Todesopfern sind am Donnerstag acht Verantwortliche rechtskräftig zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

Bukarest. Mehr als sechs Jahre nach dem verheerenden Brand in einem Bukarester Nachtclub mit 64 Todesopfern sind am Donnerstag acht Verantwortliche rechtskräftig zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Das Feuer war am 30. Oktober 2015 im Club Colectiv ausgebrochen, nachdem durch ein Feuerwerk während eines Konzerts die Inneneinrichtung in Brand geraten war. 26 Menschen starben sofort, die übrigen Opfer erlagen qualvoll Wochen und Monate später ihren Verletzungen. 186 Menschen wurden verletzt.

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Der Bukarester Appellationsgerichtshof sah es als erwiesen an, dass der Club keine feuerpolizeiliche Betriebsgenehmigung hatte, dass er an dem Abend gesetzwidrig überfüllt war und dass die Betreiber gesetzliche Vorsichtsmaßnahmen unterlassen hatten.

Das ist das Strafmaß

Bestraft wurden zwei Verantwortliche der Feuerwehr mit jeweils acht Jahren und acht Monaten Freiheitsentzug. Die drei Inhaber des Clubs müssen für jeweils elf Jahre und acht Monate, acht Jahre sowie sechs Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Zu jeweils sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilte das Gericht zwei Pyrotechniker. Der damalige Stadtbezirksbürgermeister Cristian Popescu muss für vier Jahre hinter Gitter. Wenige Tage vor der Urteilsverkündung hatte die Polizei Popescu am Flughafen in Bukarest festgenommen und damit dessen Auslandsreise gerade noch verhindert.

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Bei einem weiteren Verurteilten wurde die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Für fast alle Verurteilten senkte das Appellationsgericht das Strafmaß, das die erste Instanz verhängt hatte.

Das Unglück vom Club Colectiv hat in Rumänien die Gemüter sehr bewegt und ist für viele Kritiker der Inbegriff der Folgen der Korruption, weil hinter den nicht erfolgten Auflagen bei der Betriebsgenehmigung für das Lokal Bestechung vermutet wird. Viel öffentliche Kritik gab es auch wegen der langen Dauer des Strafverfahrens. „Korruption tötet“, war daraufhin der Slogan einer viel beachteten Bürgerbewegung.

RND/dpa

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