Mutmaßlicher Dreifachmörder schweigt in U-Haft

Der Tatort in Villingendorf.

Der Tatort in Villingendorf.

Villingendorf. Der mutmaßliche Todesschütze von Villingendorf hat sich nach Angaben von Ermittlern nach seiner Festnahme am Dienstag bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das teilte Ermittlungsleiter Rolf Straub am Mittwoch in Villingendorf mit. Der 40-Jährige war am Dienstagabend nach tagelanger Flucht festgenommen worden. „Ich bin der, den ihr sucht“, soll er demnach gesagt haben, als eine Polizeistreife ihm die Handschellen anlegte. Zuvor hätten zwei Zeugen den Mann erkannt, der am vergangenen Donnerstag bei einer privaten Einschulungsfeier seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Freund seiner Ex-Frau und dessen Cousine in Villingendorf erschossen haben soll.

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Die Ermittler gehen derzeit von einem „bewussten Tötungsplan“ des Schützen aus. Laut Staatsanwalt bleibt der Kroate bis auf weiteres in Untersuchungshaft. „Auch bei der Anhörung hat er sich nicht zur Tat geäußert“, sagte Oberstaatsanwalt Joachim Dittrich am Mittwoch. Die Behörde gehe davon aus, dass dem mutmaßlichen Todesschützen Mord mit dem Merkmal der Heimtücke zur Last zu legen sei. Er habe die Ahnungs- und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt, sagte Dittrich.

Bei seiner Festnahme habe der 40-Jährige drei Plastiktüten dabei gehabt. In einer fanden die Beamten auch die mögliche Tatwaffe. Dabei handele sich um einen jugoslawischen Nachbau des deutschen Mehrladekarabiners K98k. Die Waffe sei an Schaft und Lauf abgesägt worden. „Die Patronen vom Tatort passen dazu“, sagte Straub. Er habe zum Zeitpunkt des Zugriffs den Streifenbeamten zufolge „platt und erschöpft“ gewirkt. Der Verdächtige habe den Eindruck vermittelt, sich in den vergangenen Tagen im Freien aufgehalten zu haben.

Die Angehörigen der Opfer werden derweil von Seelsorgern betreut. Sie haben Ermittlungsleiter Straub zufolge nach der blutigen Tat die Toten identifizieren müssen. Vor dem Familiendrama hatte das Gericht ein Annäherungsverbot gegen den mutmaßlichen Täter ausgesprochen. „Ein Beschluss vom 31. März 2017 untersagte es dem Verdächtigen, sich der Frau zu nähern“, sagte Vizepolizeipräsident Gerold Sigg vom Polizeipräsidium Rottweil. Der Mann sei seiner Ex-Frau gegenüber gewalttätig geworden. Nach der Tat sei die Frau in eine Klinik gebracht und rund um die Uhr bewacht worden.

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Von RND/iro

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