Missbrauchsfall Lügde: Ausschuss spricht von „schlechter Polizeiarbeit“ und „allgemeiner Nachlässigkeit“

Der Campingplatz in Lügde.

Lügde. Nach ­dreijähriger Aufklärungsarbeit stellt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags Jugendämtern und Polizei im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs auf dem Campingplatz von Lügde ein miserables Zeugnis aus. Sie hätten gravierende Fehler und Versäumnisse begangen. Im Vorwort eines noch unveröffentlichten Zwischenberichts, der dem „Spiegel“ nach Angaben des Magazins in einer vorläufigen Fassung vorliegt, heißt es demnach: „Selten hat der Staat bei der Wahrnehmung eines Verfassungsauftrags so versagt wie im Fall der Kinder von Lügde.“

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„Die Summe der Fehlerketten ist erdrückend“, sagt der Ausschussvorsitzende Martin Börschel (SPD) dem „Spiegel“ zu dem mehr als 3000 Seiten umfassenden Bericht. CDU-Obmann Dietmar Panske führt demnach aus: „Schon 2016 hätte der Missbrauch auf dem Campingplatz beendet werden können, damals lagen hinreichende Informationen für ein Eingreifen der Behörden vor.“

Ermittlungsbehörden: „Schlechte Polizeiarbeit“ und „allgemeine Nachlässigkeit“

Den Ermittlungsbehörden werfen die Abgeordneten demzufolge „schlechte Polizeiarbeit“ sowie „allgemeine Nachlässigkeit“ vor. Demnach seien etwa Hinweise nicht ins elektronische Meldesystem der Polizei eingespeist worden und aus ungeklärten Gründen auf dem Postweg verschwunden oder in der Ablage gelandet.

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Zudem ist in dem Bericht laut „Spiegel“ von nachlässig geführten Akten die Rede. Hinweisen auf sexuellen Missbrauch sei in einigen Fällen nicht ausreichend nachgegangen worden. Zitiert werden Jugendamtsmitarbeiterinnen, die offenbar nicht wussten, wie es den Kindern gehe, um die sie sich kümmern sollten. Der Bericht enthält Empfehlungen für strengere Vorgaben an Jugendämter, Vorschläge für Gesetzesänderungen und Handreichungen für die Polizeiarbeit.

RND/nis

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