Zahlreiche Festnahmen

Steinwürfe und Auseinandersetzungen beim Flaggenmarsch in Jerusalem

Israelische Polizisten, die in höchster Alarmbereitschaft sind, sichern Israelis, die vor dem Flaggenmarsch zum Jerusalem-Tag durch die Altstadt mit ihren Nationalflaggen gehen. Der Marsch findet seit Jahrzehnten jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert. Vor dem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem ist es am 29.05.2022 auf dem Tempelberg zu Konfrontationen gekommen.

Israelische Polizisten, die in höchster Alarmbereitschaft sind, sichern Israelis, die vor dem Flaggenmarsch zum Jerusalem-Tag durch die Altstadt mit ihren Nationalflaggen gehen. Der Marsch findet seit Jahrzehnten jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert. Vor dem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem ist es am 29.05.2022 auf dem Tempelberg zu Konfrontationen gekommen.

Jerusalem. Unter starkem Polizeischutz hat am Sonntag in Jerusalem ein umstrittener Flaggenmarsch begonnen. Schon Stunden zuvor war es in der Altstadt und auf dem Tempelberg zu Konfrontationen gekommen. Palästinensische Gläubige verschanzten sich in der Al-Aksa-Moschee und warfen Gegenstände und Feuerwerkskörper, lieferten sich Auseinandersetzungen mit jüdischen Besuchern, wie die Polizei bestätigte. Diese erklärte, sie habe die Tore der Moschee geschlossen und mehrere Personen festgenommen. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.

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Rund 2600 Juden besuchten den Angaben zufolge bis zum Nachmittag die heilige Stätte. Einige von ihnen schwenkten israelische Flaggen und beteten, ein Verstoß gegen die Regeln. Sie wurden vom Tempelberg entfernt. Es gab nach Polizeiangaben nach den Konfrontationen einige Festnahmen.

Die Anführer der militant-islamistischen Hamas im Gazastreifen lobten den „großen Heldenmut“ der Palästinenser an der Al-Aksa-Moschee am Sonntag. „Die islamisch-palästinensisch-arabische Identität der Al-Aksa-Moschee wird von unserem Volk und seinem tapferen Widerstand mit aller Macht geschützt“, sagte ein Hamas-Sprecher.

Heilige Stätte im Islam

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten.

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Aus Sorge vor einer Eskalation war Israels Polizei vor dem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Der Marsch führt auch durch das muslimische Viertel der Altstadt, was die Palästinenser als Provokation sehen. Schon Stunden vor dem offiziellen Marsch liefen zahlreiche junge Israelis mit blau-weißen Flaggen durch das Viertel, es kam teilweise zu Auseinandersetzungen mit arabischen Händlern.

Der Marsch findet seit Jahrzehnten jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert. Die Palästinenser sehen den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt eines eigenen Staates.

Polizeichef Kobi Schabtai sagte, seine Leute seien auf alles vorbereitet und würden nötigenfalls professionell und schnell reagieren. „Wir werden keinem Aufrührer oder Gewalttäter gestatten, die heutigen Ereignisse zu sabotieren und Recht und Ordnung zu stören“, sagte er.

Vor dem Marsch hatte der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett erklärt, das „Hissen der Flagge Israels in der Hauptstadt Israels ist eine Selbstverständlichkeit“, Israel habe dies von Anfang an deutlich gemacht. Zugleich rief er Teilnehmer dazu auf, sich verantwortlich und respektvoll zu verhalten.

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Raketenangriff

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte vor dem Marsch mit einer gewaltsamen Reaktion gedroht. Im vergangenen Jahr war der Flaggenmarsch am 10. Mai wegen Raketenangriffen der Hamas auf Jerusalem abgebrochen worden. Israel griff daraufhin Ziele in dem Küstengebiet an. Während eines elftägigen Konflikts wurden damals 255 Palästinenser getötet. In Israel kamen 14 Menschen ums Leben.

RND/dpa/AP

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