Handwerker kauft „Horror-Haus“ von Höxter

Verkauft: Das „Horror-Haus“ von Höxter.

Verkauft: Das „Horror-Haus“ von Höxter.

Bielefeld. In dem Gebäude sollen Wilfried W. (46) und seine Ex-Frau Angelika (48) zwei Frauen misshandelt haben, bis diese 2014 und 2016 starben.

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Wie das Westfalen-Blatt berichtet, wolle der neue Eigentümer das Haus sanieren und vermieten oder selbst beziehen. Die Scheune will er für seinen Handwerksbetrieb nutzen. Die bisherigen Besitzer hatten zunächst angekündigt, das Haus abreißen zu wollen.

Horrorhaus-Prozess: Die Geschichte hinter den Notizzetteln

Zettel überall, im ganzen sogenannten Horrorhaus von Höxter verteilt. Mit Schilderungen von Folter und Erniedrigung, mit formulierten Kündigungsschreiben und mit Einverständnis-Erklärungen, mal von Opfern geschrieben und mal von ihren mutmaßlichen Peinigern. Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen von Höxter hat die Angeklagte Angelika W. am Dienstag Details zu den entdeckten Notizen beschrieben. Einige der Aussagen der 48-Jährigen waren allerdings unverständlich für die Kammer des Landgerichts in Paderborn.

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Das Paar habe sich absichern wollen mit den Einverständniserklärungen ihrer Opfer, sagte Angelika W.. Mit anderen Zetteln, wie einem fingierten Kündigungsschreiben für die eigene Wohnung, sollten die Frauen demnach unter Druck gesetzt werden. Die Zettel schrieben die Opfer laut Angelika W. zum Teil selbst, zum Teil nach Aufforderung, mal stammte der ganze Text von ihnen, mal nur die Unterschrift.

„Er hat auch nie eine Frau vergewaltigt“

„Wilfried W(...) hat damit nix zu tun, ich schreibe das hier aus freien Stücken auf“, stand auf einem der Zettel. Eine andere Frau hatte notiert, dass der Mitangeklagte Wilfried W. sie ruhig schlagen dürfe, weil sie eigene Fehler gemacht hätte. Ein Opfer schrieb, Wilfried W. habe sie nie vergewaltigt. „Dieser Hinweis war meinem Ex-Mann sehr wichtig“, sagte die Angeklagte und ergänzte: „Er hat auch nie eine Frau vergewaltigt.“ Mehrere Zettel konnte Angelika W. dagegen nicht erklären, auch auf Nachfrage war nicht zu verstehen, warum die Notizen gemacht worden waren.

Wilfried W. (46), der sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert hatte, unterbrach die Aussage seiner Ex-Frau an einem Punkt: Als sie eine der Erniedrigungen schilderte, bei der er Zeuge gewesen sein soll, bezeichnete er dies in einem Zwischenruf als Lüge.

Die beiden Angeklagten sollen über Jahre hinweg mehrere Frauen in ein Haus im ostwestfälischen Höxter gelockt und schwer misshandelt haben. Zwei Frauen überlebten nicht. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord durch Unterlassen sowie mehrfache Körperverletzung.

Von RND/dpa

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