Epstein-Vertraute vor Gericht

Einzelzelle, Leibesvisitation und Yogakurse: Wie geht es Ghislaine Maxwell in Untersuchungshaft?

Die Gerichtszeichnung zeigt Ghislaine Maxwell beim Betreten des Gerichtssaals in Begleitung von US-Marshalls zu Beginn ihres Prozesses.

Die Gerichtszeichnung zeigt Ghislaine Maxwell beim Betreten des Gerichtssaals in Begleitung von US-Marshalls zu Beginn ihres Prozesses.

Der Prozess gegen Jeffrey Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell steht kurz vor dem Abschluss. An diesem Dienstag (28. Juni) soll das Strafmaß im Missbrauchsprozess verkündet werden. Bereits Ende vergangenen Jahres war Maxwell in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, darunter wegen Menschenhandels mit Minderjährigen und Beihilfe zum sexuellen Missbrauch. Laut Staatsanwaltschaft hatte die 61-Jährige im Prozess keine Reue gezeigt und jegliche Schuld von sich gewiesen. Welches Strafmaßurteil ist nun für sie zu erwarten? Und wie hat sie die bisherige Zeit in Untersuchungshaft verbracht? Ein Überblick:

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Wie lange muss Maxwell ins Gefängnis?

Maxwell drohen mehrere Jahre bis jahrzehntelange Haft. Die US-Staatsanwaltschaft forderte für die Britin mindestens 30 Jahre Haft wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch minderjähriger Mädchen. Die Anklage erklärte, es seien auch bis zu 55 Jahre Gefängnis möglich. Nach dem Schuldspruch im November 2021 hatten Maxwells Anwälte eine Bitte um Milde ausgesprochen, da die 61-Jährige angeblich schlechten Bedingungen in ihrer Haft ausgesetzt war. Die Staatsanwaltschaft äußerte jedoch Zweifel. Für Maxwell scheint derweil unwahrscheinlich, dass sie mit einer eher milden Strafe unter zehn Jahren davonkommt.

Ist Ghislaine Maxwell suizidgefährdet?

Nur wenige Tage vor der Urteilsverkündung hatten Sicherheitskräfte des Bundesgefängnisses, in dem Maxwell untergebracht ist, die 61-Jährige wegen Suizidgefährdung unter besondere Beobachtung gestellt. In einem Schreiben erklärten Bundesstaatsanwälte daraufhin jedoch, Maxwell habe behauptet, dass Mitarbeitende des Gefängnisses „ihre Sicherheit bedrohen“ würden. Daraufhin sei die Britin unter gesonderte Beobachtung in Einzelhaft gestellt worden, um sie von anderen Gefangenen abzusondern und ihre Vorwürfe zu untersuchen, wie mehrere Medien berichteten. Außerdem habe man sie aufgrund eines allgemein „erhöhten Risikos der Selbstverletzung“ kurz vor der Strafmaßverkündung dort untergebracht. Ein psychologisches Gutachten habe zudem bestätigt, dass Maxwell nicht unter Suizidgedanken leide, hieß es weiter.

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Das Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn, in dem Ghislaine Maxwell untergebracht ist.

Das Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn, in dem Ghislaine Maxwell untergebracht ist.

Was hat es mit den Briefen von sieben Opfern auf sich?

Vergangene Woche hatten sieben mutmaßliche Opfer von Epstein und Maxwell Briefe an die Richterin Alison J. Nathan adressiert. Darin baten sie die Richterin, ihren Schmerz zu berücksichtigen, wenn am Dienstag über die Gefängnisstrafe für die Britin entschieden wird. In dem Schreiben werfen die sieben Frauen Ghislaine Maxwell vor, Jeffrey Epstein dabei geholfen zu haben, die Unschuld ihrer Jugend zu stehlen und ihre Zukunft zu vergiften. Ihre Aussagen wurden am vergangenen Freitag (24. Juni) von Staatsanwälten in die öffentliche Akte aufgenommen, wie „Associated Press“ berichtete.

Wie verbringt Ghislaine Maxwell ihre Zeit im Bundesgefängnis?

Seit ihrer Verhaftung im Juli 2020 ist Ghislaine Maxwell im Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn untergebracht. Dort soll sie zahlreiche Privilegien genossen haben, wie die Staatsanwaltschaft laut „CNN“ betonte. Demnach habe Maxwell als „Insassin, deren Leistungen die eines durchschnittlichen Gefangenen bei weitem übersteigen“, etwa Zugang zu einer privaten Dusche und elektronischen Geräten wie Fernseher, Computer und Laptop gehabt. Außerdem habe sie ihren eigenen Raum erhalten, um Zeit außerhalb ihrer Zelle zu verbringen.

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Wie „CNN“ weiter berichtete, hat eine ehemalige Gefängnisinsassin in einem Brief an Richterin Nathan Maxwells soziale Interaktionen mit anderen Gefangenen gelobt. Die 61-Jährige habe angeblich freiwillige Arbeit verrichtet, indem sie Yogaunterricht gegeben und andere Insassen bei ihren Abschlussprüfungen für die High School unterstützt haben soll.

Wie geht es Ghislaine Maxwell im Gefängnis?

Trotz zahlreicher Privilegien sagen die Anwälte der Verteidigung aus, ihre Mandantin sei in Haft „erniedrigenden“ Bedingungen ausgesetzt gewesen und habe Todesdrohungen erhalten. Immer wieder hatte die Britin unhygienische Zustände im Bundesgefängnis beklagt, die dazu geführt hätten, dass sie stark abgenommen und ihre Haare verloren habe. Im Zuge der Einzelhaft prangert die Verteidigung zudem „ungerechtfertigten Schlafentzug“ und „exzessive“ Leibesvisitationen an, bei denen Maxwells „Brüste und ihr Genital grob und rücksichtlos berührt“ wurden, zitiert der TV-Sender „Sky News“.

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Im November 2021 hatten Maxwells Angehörige sogar Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingelegt, da ihrer Meinung nach die Haftbedingungen gegen die Unschuldsvermutung verstießen. Der Staatsanwalt widersprach diesen Vorwürfen: Maxwells Auftreten vor Gericht beweise, dass diese Behauptungen falsch seien, sagte er und fügte hinzu: „Die Angeklagte ist vollkommen gesund und hat volles Haar.“

Haben Sie Suizidgedanken? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Rufnummern:

Telefonhotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

(0800) 111 0 111 (ev.)

(0800) 111 0 222 (rk.)

(0800) 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

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E-Mail unter www.telefonseelsorge.de

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