Fehlerhaft installierte Steckdose

Junge stirbt nach Stromschlag in Kita: Anklage gegen Elektriker erhoben

Blumen und Kerzen (r) sind am Eingang zu einer Kindertagesstätte im Frankfurter Stadtteil Seckbach abgelegt. (Archivfoto)

Blumen und Kerzen (r) sind am Eingang zu einer Kindertagesstätte im Frankfurter Stadtteil Seckbach abgelegt. (Archivfoto)

Frankfurt/Main. Knapp drei Jahre nach einem tödlichen Stromschlag in einer Frankfurter Kita hat die Staatsanwaltschaft drei Elektriker wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung angeklagt. Einem 40-Jährigen und einem 45-Jährigen werde vorgeworfen, den Tod eines sechsjährigen Jungen „durch die sorgfaltswidrige Installation einer Steckdose und damit aktives Tun fahrlässig verursacht zu haben“, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der Inhaber der Elektronikfirma habe die Arbeiten kontrolliert, ihm wird fahrlässige Tötung durch Unterlassen zur Last gelegt.

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Die Firma führte zwischen Mitte Juli und Ende August 2019 Modernisierungsarbeiten in der städtischen Kita im Stadtteil Seckbach aus, wie die Staatsanwaltschaft ermittelte. Dabei sei eine Steckdose im Umkleidebereich fehlerhaft installiert worden. Dort versteckte sich der Sechsjährige am 29. Oktober 2019 spielerisch vor seiner Mutter und kam dabei mit der offenliegenden Stromleitung an der Steckdose in Kontakt. Zu dem Zeitpunkt habe die Steckdose bereits nach schräg unten aus der Einbauöffnung gehangen. Das Kind starb trotz sofort begonnener Reanimationsversuche kurz danach im Krankenhaus.

Kind starb trotz sofort begonnener Reanimationsversuche

Die Ermittler gehen davon aus, „dass die Steckdose bei fachgerechter Installation bzw. ordnungsgemäßer Kontrolle der Arbeiten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht herausgefallen wäre“. Als Elektrofachkräfte hätten die Angeschuldigten die Einbaumängel erkennen und damit den Tod des Kindes vermeiden können, heißt es in der Mitteilung. Es handele sich um eine familiengeführte Elektrofirma aus Frankfurt, der 70-jährige Inhaber ist der Vater der beiden anderen Angeklagten.

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Das Kinderzentrum Atzelbergstraße wurde für mehrere Monate geschlossen. Die Mitarbeiter verließen die Einrichtung auf eigenen Wunsch, wie die Stadt mitgeteilt hatte. Ein Großteil der Kinder, die auf andere Einrichtungen verteilt worden waren, kehrte zurück.

Der Prozess soll vor dem Amtsgericht stattfinden. Dieses prüfe die Zulassung der Anklage und setze Prozesstermine fest, erklärte die Staatsanwaltschaft.

RND/dpa

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