Für langfristige Maßnahmen

Feuerökologe fordert Waldbrandbeauftragte auf Bundesebene

Alexander Held, Feuerökologe vom European Forest Institute (EFI).

Alexander Held, Feuerökologe vom European Forest Institute (EFI).

Alexander Held, Feuerökologe beim European Forest Institute (EFI), fordert ein nationales Kompetenzzentrum für Waldbrände und Waldresilienz in Deutschland. „So ein Kompetenzzentrum und Waldbrandbeauftragte auf Bundesebene fehlen“, sagt er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Unsere Feuerwehren hinken taktisch beim Umgang mit so einem Vegetationsbrand oft noch hinterher.“

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Als ein Vorbild in Sachen Waldbrandbekämpfung nennt er Portugal. „Portugal hat nach den Katastrophenfeuern mit den vielen Todesopfern im Jahr 2017 die Strategie geändert, die zuvor auch sehr stark auf Bekämpfung ausgerichtet war“, sagt er. Das Land setze nun auf einen integrierten Ansatz, der Land- und Forstwirtschaft, Prävention und etwa die Veränderung von Art und Struktur das Brennmaterial beinhalte. „Mit dieser Strategie hat man auch eine neue Agentur ins Leben gerufen, die direkt unter dem Premierminister angeordnet ist“, so Held.

Lesen Sie das ganze Interview mit Feuerökologe Alexander Held hier (RND+).

Nicht nur auf die akute Bekämpfung von Waldbränden setzen

Wichtig ist dem Waldbrandexperten zufolge, dass nicht nur auf die akute Bekämpfung von Waldbränden, sondern auch auf Prävention gesetzt werde. Das könne etwa durch kontrollierte Brände gemacht werden. „Wir dürfen nicht das Wetter entscheiden lassen, wann es brennt, sondern müssen selbst entscheiden, wann, wo und wie es brennt“, sagt er und erklärt, wie er sich das vorstellt und wie es an wenigen Stellen auch schon praktiziert werde: „Wenn ich weiß, ich sitze auf einem Pulverfass aus Kiefernwald und Heide wie in Brandenburg, und es ist sicher, dass es wieder brennen wird im Sommer, kann ich um die Infrastruktur, um Truppenübungsplätze, Windkraftanlagen und Dörfer herum Pufferzonen anlegen, in denen ich mich traue, Mitte März, wenn der Boden noch kalt, die Lufttemperatur niedrig und die Luftfeuchte relativ hoch, den Wald selbst anzuzünden, und zwar kontrolliert.“

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Da brenne dann ein Feuer mit 20, 30 Zentimetern Flammenlänge und richte im Vergleich zum Julifeuer, wie wir sie jetzt haben, keinen Schaden an, entferne aber in diesen Pufferzonen das feine Brennmaterial. „Damit fehlt einem Feuer im Sommer die Schicht, die die Feuerausbreitung trägt“, erläutert Held.

Wälder umbauen, sodass sie weniger brennbar werden

Zudem müsse langfristig auf einen Waldumbau gesetzt werden: „Ich kann auch Art und Struktur des Brennmaterials verändern, indem ich zum Beispiel die Kiefer unterbaue mit Laubbaumarten, die den Wald dunkler, feuchter und windstiller machen“, sagt der Feuerökologe. Dann vergehe deutlich mehr Zeit, bis Brände entstünden.

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