Ermordete Auswanderer in Paraguay: Mysteriöser Tod des Mammutfinders

Am 22. Oktober ermordeten Unbekannte einen Deutschen und seine Tochter in Paraguay.

Am 22. Oktober ermordeten Unbekannte einen Deutschen und seine Tochter in Paraguay.

Der Schock sitzt immer noch tief in Paraguay: Die Nachbarn können sich die Brutalität mit der der bayerische Archäologe und Kunsthandwerker Bernard von Bredow (62) sowie seine Tochter (14) ermordet wurden nicht erklären. Das noch nicht komplett fertig gestellte Haus in dem das grausame Verbrechen passierte, liegt lokalen Medienberichten zu Folge im Stadtteil Areguá im Großraum Asuncion unweit des „Lago Ypacarai“. Ein beliebtes Wohngebiet, am Rande einer asphaltierten Straße, die Aregua mit der Nachbarschaft Patino verbindet. Die Gewalttat ereignete sich bereits am 22. Oktober, wurde aber erst jetzt in Deutschland bekannt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Während die Ermittler von einem Raubmord ausgehen, erklärten einige Nachbarn gegenüber lokalen Medien, dass es sich wegen der Art der Gewalt auch um eine gezielte Racheaktion gehandelt haben könnte. Allerdings kommt es in Paraguay immer wieder zu Raubüberfällen, die besonders brutal werden, wenn sich das Opfer wehrt oder die Täter enttäuscht von der Beute sind. Die Diebe lassen dann ihre Wut an den den Opfern aus.

Der deutsche Auswanderer galt in dem südamerikanischen Land als äußerst beliebt. Sein Haus stand Besuchern offen, es seien viele Leute gekommen, berichten lokale Medien. Der studierte Geophysiker Bredow arbeitete zuletzt als Geigenbauer. Zudem soll er weitere Musikinstrumente repariert haben. Das erklärt auch die anhaltenden Besuche von Kunden und interessierten Musikliebhabern. Er habe viele Freunde gehabt und sei gastfreundlich gewesen, berichten Nachbarn und Freunde des Deutschen gegenüber lokalen Medien. Anfangs sei die Kommunikation aber wegen der Sprachbarriere schwierig gewesen.

Opfer hatte Gesichtsverletzungen und Verbrennungen

Offenbar versuchten die unbekannten Täter von Bredow etwas zu erfahren, darauf deuten Gewaltspuren an den Leichen hin. Ein Gerichtsmediziner, der mit der Aufklärung des Falles betraut ist, erklärte, das Opfer habe Gesichtsverletzungen und Verbrennungen aufgewiesen. Typische Spuren bei Überfällen bei denen die Täter den Opfer Informationen über Verstecke oder Vermögenswerte erpressen wollen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Leiche der Tochter wurde den Angaben zu Folge in einer Badewanne aufgefunden. Sie wies eine Schusswunde im Bauchbereich auf. Da im ganzen Haus Blutspuren gefunden wurden, gehen die Ermittler davon aus, dass die Täter mit den Verletzten das Haus durchsuchten. Die Leiche des Mädchens soll dann in der Badewanne abgelegt worden sein. Offenbar ist das Opfer verblutet. Schränke im gesamten Wohnhaus wurden durchwühlt, vielleicht suchten die Täter Wertgegenstände und Bargeld.

Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Paraguayische Zeitungen und TV-Sender widmeten dem mysteriösen Mordfall eine große Aufmerksamkeit. Tatverdächtige gibt es aber bis heute offenbar nicht. Dafür eine Belohnung, die für Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgelobt wurde. Bislang ist nicht bekannt, ob die Kameraüberwachung des Hauses beziehungsweise der Straße Aufschlüsse über mutmaßliche Täter geben kann.

Bredow wurde durch den Fund eines Mammutskeletts bekannt, das er 1975 im Alter von nur 16 Jahren nicht weit vom Haus seiner Eltern in Siegsdorf in Bayern fand. „Bernard, der am Fuße der bayerischen Alpen unterhalb des Klosters Maria Eck aufwuchs, verbrachte eine wunderbare Kindheit in der Natur. Als kleiner Junge durchstreifte er mit Vorliebe die alpinen Bergwälder“, steht auf der Internetseite des Mammutheums, das seine Funde ausstellt. „Der über 40.000 Jahre alte sensationelle Mammutfund aus den konservierenden eiszeitlichen Ablagerungen ging vor 30 Jahren um die Weltpresse“, ist dort zu lesen. Bredow war ein Kosmopolit, reiste durch die ganze Welt, war in Neuseeland, Indien und Kanada aktiv, einerseits aufgrund von familiären Bindungen, aber vor allem auch aus beruflicher und wissenschaftlicher Neugierde und Engagement. Unter anderem war er für ein UN-Projekt tätig.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Während Bredow bereits seit einigen Jahren in Paraguay lebte, zog die Zahl deutscher Auswanderer in das südamerikanische Land laut lokalen Medienberichten jüngst wieder spürbar an. Besonders beliebt seien Gemeinden, die von ehemaligen deutschen Auswanderern geprägt oder gegründet wurden. Grund sei die Unzufriedenheit mit der gesellschaftspolitischen Entwicklung in Deutschland, heißt es in aktuellen Medienberichten.

Mehr aus Panorama

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen