Corona-Kontakt

Eltern verklagen Stadt Neuss wegen Quarantäne ihrer fünfjährigen Tochter

Deutliche Kritik: Sollen Kinder, die in Quarantäne müssen, tatsächlich von dem Rest ihrer Familie isoliert werden?

Ein Mädchen sitzt während ihrer Corona-Quarantäne vor einem Fenster (Symbolbild).

Düsseldorf/Neuss. Ein Elternpaar verlangt Schadenersatz für die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Quarantäne seiner fünfjährigen Tochter. Die Eltern meinen, das Kind habe während der 28 Tage schwere seelische Schäden erlitten, und haben deshalb die Stadt Neuss verklagt. Sie fordern für jeden Tag der Absonderung 250 Euro, also insgesamt 7000 Euro Schadenersatz. Der Fall soll am 30. März vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt werden.

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Drei Mal musste die Tochter laut Gericht nach einem mutmaßlichen Kontakt zu einem coronapositiven Kita-Kind im Frühjahr 2021 in häusliche Quarantäne. Zu Unrecht, heißt es in der Klage der Eltern. Sie betonen, dass die Fünfjährige damals trotz wiederholt negativen PCR-Tests habe zu Hause bleiben müssen. Als Folge, so die Eltern weiter, habe ihre Tochter soziale Einschränkungen und psychische Belastungen erlitten und keinen Zugang zur Natur gehabt. Auch den Geburtstag der Oma habe sie verpasst. „Ein fünfjähriges Kind erlebt 28 Tage Quarantäne wie ein Erwachsener ein ganzes Jahr“, heißt es in der Klage.

Laut Gericht hält die Stadt Neuss die Klage für verspätet. Die Eltern hätten sich per einstweiliger Verfügung zeitnah gegen die „Absonderungsverfügung“ wehren müssen. Zudem bezweifelt die Stadt die schweren seelischen Folgen für das Kind. Auch negative PCR-Tests des Mädchens sollen nicht vorgelegen haben.

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RND/dpa

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