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Schwangerschaft wurde erst spät bemerkt

Elfjährige nach Vergewaltigung schwanger - Brasilianische Richterin verweigert Abtreibung

Eine Demonstrantin nimmt im Jahr 2020 in Brasilien an einer Demonstration für ein Recht auf Abtreibung teil.

Die brasilianische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen eine Richterin eingeleitet, die einem elfjährigen Vergewaltigungsopfer einen Schwangerschaftsabbruch verweigerte. Experten erklärten, eine solche Abtreibung sei unter den gegebenen Umständen in jeder Phase der Schwangerschaft nach brasilianischem Recht legal.

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Richterin Joana Ribeiro Zimmer wurde bei einer Anhörung am 9. Mai dabei gefilmt, wie sie das Kind fragte, ob es verstehe, wie Schwangerschaften entstehen. Sie bezeichnete den Vergewaltiger als Vater des Babys und bat das Mädchen, die Schwangerschaft auszutragen. Sie schlug sogar vor, es solle einen Namen für das Baby auswählen. Das Mädchen sagte mehrfach, es wolle kein Kind zur Welt bringen.

Der Fall, über den die Website The Intercept Brasil letzte Woche berichtete, löste öffentliche Empörung aus. Richtervereinigungen und Menschenrechtsgruppen forderten den Nationalen Justizrat des Landes auf, Zimmer aus dem Richteramt zu entlassen. Der Rat leitete daraufhin eine Untersuchung ein.

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Mädchen war zum Zeitpunkt der Vergewaltigung zehn Jahre alt

Die Anwältin Daniela Félix, die die Familie der Elfjährigen vertritt, sagte der Nachrichtenagentur AP, das Mädchen sei zum Zeitpunkt der Vergewaltigung zehn Jahre alt gewesen. Die Schwangerschaft sei erst in der 22. Woche bemerkt worden. Im Krankenhaus sei ein Abbruch verweigert worden. Die Familie habe den Fall innerhalb weniger Tage vor Gericht gebracht, sagte Félix. Zimmer habe sich aber nicht nur geweigert, die Abtreibung zu erlauben, sondern das Mädchen auch von seiner Familie isoliert in einem staatlichen Heim untergebracht. Es durfte am Dienstag nach Hause zurückkehren.

Es wird erwartet, dass das Abtreibungsrecht eines der großen Themen im Wahlkampf vor der Präsidentschaftswahl im Oktober sein wird. Dabei treten der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro und der linksgerichtete ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der in den Umfragen derzeit vorne liegt, gegeneinander antreten. Beide versuchen, gemäßigte Wähler anzusprechen.

RND/AP

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