Corona-Fälle nach Sexparty im Berliner Club Berghain: Behörde enttarnt Teilnehmer

Menschen stehen vor dem Berliner Club Berghain an (Archivfoto).

Menschen stehen vor dem Berliner Club Berghain an (Archivfoto).

Berlin. Nach der Wiedereröffnung des Berliner Technoclubs Berghain Anfang Oktober war es zu mehreren Corona-Ausbrüchen gekommen, Tausende Menschen wurden mittlerweile per E-Mail vom Gesundheitsamt des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg kontaktiert. Dabei ist es allerdings zu einer für die Betroffenen äußerst unangenehmen Datenpanne gekommen: Das Bezirksamt verfolgte auch nach einer Sexparty die Kontakte nach und machte diese für alle in einer E-Mail an sämtliche Teilnehmenden sichtbar, berichtete zuerst der „Tagesspiegel“.

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Gegenüber der „Berliner Morgenpost“ bestätigte eine Sprecherin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, dass 120 Personen mit einer nicht personalisierten Standard-E-Mail darüber informiert worden seien, dass sie auf einer Veranstaltung einem Infektionsrisiko mit dem Coronavirus ausgesetzt waren. Die E-Mail sei allerdings so verschickt worden, dass alle Adressaten die E-Mail-Adresse der anderen Adressaten sehen konnten. Dies sei „durch einen menschlichen Fehler“ geschehen, so die Sprecherin.

Behörde verweist auf hohen Druck auf Beschäftigte

Zudem wurden in der Mail der Veranstaltungsort Berghain und das Veranstaltungsdatum, der 15. Oktober, genannt. „Dafür möchten wir uns in aller Form bei den betroffenen Personen entschuldigen“, zitiert die „Berliner Morgenpost“ die Sprecherin. An dem Tag fand die sogenannte „Friday Fuck 2-4-1″-Party im Rahmen der Reihe „lab.oratory“ statt, berichtet der „Tagesspiegel“.

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Die Behörde verwies gegenüber der „Berliner Morgenpost“ auf die angesichts steigender Corona-Fallzahlen schwieriger werdende Kontaktverfolgung und den hohen Druck auf die Beschäftigten des Gesundheitsamtes – wobei unbestritten sei, dass der Datenschutz trotzdem gewahrt bleiben müsse. Als Konsequenz seien die Abläufe dahingehend angepasst worden, „dass so ein Vorfall technisch nicht mehr möglich ist“, so die Sprecherin.

Tausende Berghain-Besucher per E-Mail kontaktiert

Erst in der vergangenen Woche waren weitere Corona-Infektionen im Berghain bekannt geworden. Dem Gesundheitsamt seien Fälle im „einstelligen Bereich“ bekannt, hatte eine Behördensprecherin damals gesagt. Es wurden rund 3300 Menschen per Mail kontaktiert. Bereits nach der ersten Clubnacht im Berghain Anfang Oktober waren laut Behörde auf diesem Weg rund 2500 Menschen kontaktiert worden, nachdem ein Corona-Ausbruch mit 19 Infektionen bekannt geworden war.

Den Berghain-Partygängerinnen und -Partygängern wurde vom Bezirk jeweils empfohlen, sich testen und bei Symptomen einen PCR-Test machen zu lassen. Bei den Veranstaltungen galt die 2G-Regel, nach der die Gäste genesen oder geimpft sein müssen.

RND/seb

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