Schwere Verletzungen im Gesicht

Gruppe von mindestens zehn Jugendlichen greift trans Frau in Bremer Straßenbahn an

Die Polizei hat den mutmaßlichen Straßenbahn-Schläger gestellt. (Symbol)

Die Jugendlichen flohen nach der Tat- die Polizei wertet die Videos der Überwachungskamera in der Bahn aus (Symbolbild).

Bremen. Eine Gruppe Jugendlicher hat eine trans Frau in Bremen in einer Straßenbahn angegriffen und schwer verletzt. Die Jugendlichen flüchteten nach der Tat am Samstagabend, wie am Montag eine Polizeisprecherin sagte. Der Staatsschutz ermittelt wegen Hasskriminalität und gefährlicher Körperverletzung. Trans Menschen sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.

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Die 57 Jahre alte Bremerin war gegen 19.35 Uhr in der Tram unterwegs, als an einer Haltestelle in der Innenstadt eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen zustieg. Sie beleidigten die Frau und rissen ihr die Perücke vom Kopf. Ein Täter, der von Zeugen auf 14 bis 16 Jahre geschätzt wurde, schlug der Frau mit beiden Fäusten ins Gesicht.

Die anderen in der Gruppe feuerten den Angreifer an, wie die Polizeisprecherin sagte. Erst als andere Fahrgäste eingriffen, ließ die Gruppe von der Frau ab und stieg aus der Bahn aus. Die Jugendlichen flohen. Das Opfer kam mit schweren Gesichtsverletzungen in ein Krankenhaus.

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Die Polizei werte nun die Videos der Überwachungskamera in der Bahn aus, sagte die Polizeisprecherin. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421/362-3888 zu melden.

Bremer Politiker sind „fassungslos und zutiefst betroffen“

Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) zeigte sich erschüttert über den Überfall. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen wegen ihrer geschlechtlichen Identität um ihr Leben fürchten müssen“, betonte sie. Auch die beiden Bremer Grünen-Chefs Alexandra Werwath und Florian Pfeffer verurteilten den Angriff scharf. Sie seien „fassungslos und zutiefst betroffen“, teilten sie mit. „Wir müssen Trans- und Queer-Feindlichkeit entschieden entgegentreten und müssen die Menschen besser vor Angriffen jeglicher Art schützen. Das ist Aufgabe der Politik, aber auch der Gesellschaft“, sagten sie. Dass Hass töte, habe die Attacke in Münster gezeigt.

Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Bremen, Fynn Voigt, dankte den Fahrgästen für ihr Eingreifen. „Wir müssen alle zusammenhalten, um Bremen als tolerante und offener Stadt zu präsentieren, in der alle frei und sicher leben können.“ Er forderte Ansprechpartner in den Polizeibehörden, damit solche Straftaten häufiger zur Anzeige gebracht werden. Für den Montagabend riefen Aktivistinnen und Aktivisten zu einer Mahnwache vor der Haltestelle an der „Schwankhalle“ auf.

Tödliche Attacke in Münster vor einer Woche

Erst vor einer Woche kam es in Münster zu einem queerfeindlichen Vorfall. Dort ist ein 25-Jähriger geschlagen worden, als er einen 20 Jahre alten Mann beim Christopher Street Day bat, zwei Frauen nicht mehr queerfeindlich zu beschimpfen und zu bedrohen.

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Der 20-Jährige soll den trans Mann namens Malte daraufhin mindestens einmal mit der Faust geschlagen haben, so dass er stürzte. Fünf Tage Später starb Malte C. an seinen Verletzungen. Das Schädel-Hirn-Trauma am Hinterkopf könne unmittelbar die Todesursache gewesen sein, hieß es von der Staatsanwaltschaft nach der Obduktion am Montag.

Im Raum steht auch, dass der 25-Jährige an medizinischen Folgeproblemen des künstlichen Komas starb, in das er nach dem Angriff versetzt worden war. Das werde noch geklärt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

RND/dpa und epd

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