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„Botschaften voller Mitgefühl“: Viel Anteilnahme nach Polizistenmorden von Kusel

Die Gedenkstätte für die beiden am 31. Januar 2022 getöteten Polizisten Yasmin B. und Alexander K. an der Kreisstraße 22 zwischen Ulmet und Mayweilerhof im Landkreis Kusel.

Kusel. Als Zeichen tiefer Trauer nach den Polizistenmorden von Kusel sind Hunderte Kondolenzschreiben etwa von Kindern oder gar aus einer Haftanstalt bei den Behörden in Rheinland-Pfalz eingegangen. „Aus Deutschland und der ganzen Welt erreichen uns Botschaften voller Mitgefühl und Anteilnahme“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz am Freitag.

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Unterdessen gehen die Ermittler weiter von einer gemeinsamen Tat der beiden festgenommenen Verdächtigen aus. Angesichts der „Dynamik des Geschehens“ könnten die Schüsse auf die beiden Beamten nicht nur von einer Person abgegeben worden sein, sagte der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin.

Eine von der Polizei Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellte Kinderzeichnung erinnert an die beiden in Kusel getöteten Polizisten.

Eine von der Polizei Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellte Kinderzeichnung erinnert an die beiden in Kusel getöteten Polizisten.

Eine Polizeianwärterin und ein Polizeikommissar waren am Montag vergangener Woche während einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel erschossen worden. Noch am selben Tag wurden zwei Tatverdächtige im benachbarten Saarland festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer mit der Tat Jagdwilderei verdecken wollten.

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Polizistenmord in Kusel: Die Frage nach dem Warum

Für zwei Beteiligte sprächen etwa das Verletzungsbild und die zeitliche Abfolge, sagte Mertin im Rechtsausschuss des Landtages. „Derzeit liegen keine Hinweise dafür vor, dass es weitere Tatbeteiligte geben könnte.“ Laut Ermittlungen habe der 38 Jahre alte Verdächtige mit einer Schrotflinte in Richtung des Kopfes der Anwärterin geschossen und sie tödlich verletzt. „Anschließend sollen die beiden Beschuldigten gemeinsam das Feuer auf den Beamten eröffnet haben, und zwar mit der Schrotflinte und einem Einzelladergewehr. Der Beamte wurde durch insgesamt vier Schüsse tödlich verletzt.“

Der 32 Jahre alte Verdächtige habe eingeräumt, mit dem weiteren Beschuldigten in der Tatnacht gewildert zu haben, sagte der FDP-Politiker. Der Mann habe zudem ausgesagt, er sei auch am Tatort gewesen, habe aber nicht geschossen. Der 38-Jährige mache Gebrauch von seinem Schweigerecht. Die Untersuchung befinde sich in einem frühen Stadium. „Die Frage nach dem Warum werden hoffentlich die Ermittlungen beantworten können“, betonte Mertin. „Die Tat muss zügig aufgeklärt werden – das sind wir den beiden Getöteten schuldig.“

„Spüren wir den Rückhalt, den die Polizei in der Gesellschaft hat“

Als Reaktion auf die tödlichen Schüsse erfahren die Behörden in Rheinland-Pfalz eine Welle der Solidarität. „Allein bei der Polizei in Kusel unweit des Tatorts sind schon mehr als 1000 Briefe eingegangen“, schilderte der Polizeisprecher. „Auch unsere Dienststelle haben weit mehr als 1000 E-Mails erreicht.“ Zwar höre man immer wieder von einer zunehmenden Respektlosigkeit gegenüber Sicherheitskräften. „Aber in dieser schwierigen Zeit spüren wir den Rückhalt, den die Polizei in der Gesellschaft hat. Das tut gut.“

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Die beiden Opfer sollen in der kommenden Woche im Familienkreis beigesetzt werden. Die rheinland-pfälzische Landesregierung bereitet indes gemeinsam mit der Polizei einen offiziellen Trauerakt vor.

Auch Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt

Nach den Polizistenmorden hat unterdessen auch die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ein Verfahren wegen des Verdachts der Jagdwilderei gegen den 38-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet. Dazu gebe es „sehr umfangreiche Ermittlungen“, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Freitag mit. In dem Zusammenhang seien „zahlreiche Waffen“ sichergestellt worden.

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Gegen den 38-Jährigen habe es bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken seit 2004 insgesamt 24 strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegeben, teilte die Behörde mit. Dazu zähle ein noch anhängiges Verfahren wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung, wegen Vortäuschens einer Straftat und wegen versuchten Betruges. Hier sei im Jahr 2021 Anklage am Amtsgericht Saarbrücken erhoben worden, sagte der Sprecher. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

RND/dpa

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