111 verwahrloste Katzen in Haus gehalten: Prozess gegen Geldzahlung eingestellt

Die angeklagten Frauen sitzen in einem Saal des Amtsgerichts Ahrensburg.

Die angeklagten Frauen sitzen in einem Saal des Amtsgerichts Ahrensburg.

Ahrensburg. Der Prozess gegen zwei Frauen um das massenhafte Halten von Katzen am Amtsgericht Ahrensburg (Schleswig-Holstein) ist am Donnerstag eingestellt worden. Das Gericht gab ihnen auf, 300 Euro an den Tierschutzverein Ahrensburg zu zahlen. Der Richter begründete die Entscheidung laut „Lübecker Nachrichten“ damit, dass es sich um „keine bewusste Tierquälerei“ gehandelt habe, die Frauen seien bei aller Tierliebe mit der Situation überfordert gewesen.

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Der 78 Jahre alten Mutter und ihrer 55-jährigen Tochter war vorgeworfen worden, in ihrem Haus in Großhansdorf bei Hamburg mehr als 100 Katzen unter schlechten Bedingungen gehalten zu haben.

Angeklagte will Katzen liebevoll gepflegt haben

Vor allem die 55-Jährige zeigte sich anfangs wenig einsichtig. Obwohl dem Gericht Fotos vorlagen, die deutlich die Zustände in dem völlig verwahrlosten Haus zeigten, blieb sie lange dabei, dass sie nur 43 Katzen gehalten und liebevoll gepflegt habe. Den Behörden warf sie vor, sie gezielt fertiggemacht zu haben. Erst nachdem Richter und Rechtsanwalt der Mutter ins Gewissen geredet hatten, stimmte sie der Einstellung des Verfahrens zu.

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Die Staatsanwaltschaft hatte Mutter und Tochter einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Die Katzen seien schlecht versorgt und nicht tierärztlich behandelt worden, hieß es in der Anklage. Dadurch seien den Tieren unnötige Leiden und Schmerzen zugefügt worden.

Die im August 2019 geretteten Katzen waren auf neun verschiedene Tierheime verteilt worden. Sie seien inzwischen an neue Halter vermittelt worden, sagte eine Tierheimmitarbeiterin am Rande der Verhandlung.

RND/dpa

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