Ami-Cabrio als Sonderedition

Ford Mustang GT „California Special“: Sehnsuchtsmobil mit fossilem Antrieb

California dreamin‘: Auffällig am Sondermodell ist vor allem dessen sonnig-kräftige Außenfarbe, die Ford auf „Cyber-Orange“ getauft hat.

California dreamin‘: Auffällig am Sondermodell ist vor allem dessen sonnig-kräftige Außenfarbe, die Ford auf „Cyber-Orange“ getauft hat.

Wir glauben uns noch gut an die Präsentation des damals neuen Ford Mustang erinnern nur können. Ein Blick in unsere Unterlagen zeigt – das war tatsächlich im Frühling 2015, also vor über sieben Jahren. In etwa einem Jahr bringen die Amerikaner schon die nächste, die dann siebte Generation des legendären Sportcoupes auf den Markt. Grund genug für uns, jetzt noch mal einzusteigen. Und was hätte da besser passen können als die Convertible-Variante, also das Cabrio. Und, wenn schon denn schon, dann auch in Form des „California Special“. Passender kann man den Sommer kaum verabschieden.

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Auffällig am Sondermodell ist vor allem seine sonnig-kräftige Außenfarbe, die Ford auf „Cyber-Orange“ getauft hat. Sie passt sehr gut zum schwarzen Automatikverdeck des Zweisitzers. Fachkundige Leser wissen, dass die Variante Bezug nimmt auf den ersten „California Special“ von 1968, der tatsächlich geschaffen wurde, um den Absatz im Sonnenstaat zu fördern. Seitdem gab es immer wieder Modelle mit diesem Namen, seit Frühjahr 2022 nun auch für die aktuelle sechste Generation.

Klare Erkennungsmerkmale des Sondermodells sind ein schwarzer Kühlergrill und das CS-Abzeichen für „California Special“ .

Klare Erkennungsmerkmale des Sondermodells sind ein schwarzer Kühlergrill und das CS-Abzeichen für „California Special“ .

Dieses Auto bringt Licht ins Dunkel verdüsterter Gemüter

So lackiert, zaubert der Mustang ein bisschen Licht ins Dunkel der von diversen aktuellen Krisen verdüsterten Gemüter. Zumal es nicht bei der Farbgebung allein bleibt, Ford vielmehr auch noch einen schwarzen, wabenförmigen Kühlergrill, in dem das CS-Abzeichen für „California Special“ integriert ist, dranhängt. Zur Ausstattung zählten zudem dunkelgrau lackierte 19-Zöller, Sitze in Wildlederoptik, die sowohl beheiz- als auch kühlbar sind, sowie das Infotainmentsystem Sync 3.

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Den Vierzylinder hatte Ford für den Mustang schon seit einiger Zeit aus dem Programm genommen. Als Antrieb steht daher nur der Achtzylinder zur Verfügung. Ein durch und durch amerikanischer Motor mit 5 Litern Hubraum, 330 kW/449 PS Leistung, üppigen 529 Newtonmetern Drehmoment und einem Normverbrauch von rund 12 Litern. Dazu kommt ein Sperrdifferential und eine Zehngangautomatik. Das hört sich doch alles recht gut an.

Ist es auch, aber nur, wenn man keine falschen Erwartungen hegt. Der Mustang ist und bleibt kein Sportwagen im europäischen Sinne. Sicher, er liegt heute viel besser auf der Straße als die Vorgängergenerationen. Doch bleibt er im Herzen ein Cruiser, der sich bei moderatem Tempo am wohlsten fühlt. Das gilt auch für den Fahrer, der beim Tempo von über 160 km/h immer mal wieder bange Blicke auf die vibrierende Motorhaube wirft. Und in Gedanken auch in seine Geldbörse, denn eine flotte Fahrweise quittiert der Mustang mit horrenden Verbräuchen. Da kommen schnell mal zwischen 18 und 20 Liter für 100 Kilometer zusammen. Die von uns bei überwiegend hoch moderater Fahrweise verbrauchten knapp über 14 Liter Testverbrauch taten an der Tankstelle schon weh genug.

Der Mustang ist und bleibt kein Sportwagen im europäischen Sinn. Sicher, er liegt heute viel besser auf der Straße als die Vorgänger-Generationen. Doch bleibt er im Herzen ein Cruiser.

Der Mustang ist und bleibt kein Sportwagen im europäischen Sinn. Sicher, er liegt heute viel besser auf der Straße als die Vorgänger-Generationen. Doch bleibt er im Herzen ein Cruiser.

Also lieber mal im wahren Wortsinn einen Gang zurückschalten und mit Richtgeschwindigkeit über die Autobahn oder bei Landstraßentempo durch eine Allee fahren. Ist der Automatik sowieso lieber, denn sie sortiert die Gänge weder besonders schnell noch besonders zielgenau. Macht aber nichts, denn wir genießen das Grummeln des V8, erfreuen uns beim Blick auf das Cyber-Orange und singen lauthals den Beach-Boys-Klassiker „Fun Fun Fun“, auch wenn Daddy in diesem Song dem Kinde nur mit der Wegnahme eines T-Birds droht. Immerhin auch ein Ford.

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Schlechtes Gewissen wegen des verschwenderischen Brummers

So lässt es sich also fahren. Nähern wir uns jedoch einem Dörfchen, gebieten wir nicht nur aus Angst vor eventuellen Sanktionen der Bewohner unserem Gesang Einhalt, gleich regt sich auch das schlechte Gewissen, in der heutigen Zeit noch mit einem solchen verschwenderischen Brummer durch die Gegend zu, sagen wir: schleichen.

Verschwenderisch ist nicht nur der Motor und sein Verbrauch. Auch mit dem Platz geht Ford äußerst großzügig um. Tatsächlich hat man es geschafft, auf fast 4,80 Metern Länge gerade mal genügend Raum für zwei Personen und eine sehr lange Motorhaube zu schaffen, die allerdings ja auch den besonderen Reiz des Fahrzeugs ausmacht.

Vor allem, hatten wir es schon erwähnt, wenn es in Cyber-Orange lackiert ist. Ach ja, es gibt auch einen Kofferraum mit mickrigen 332 Litern Fassungsvermögen beim Cabrio. Aber das Sondermodell gibt es auch nur als Cabrio. Wir müssen uns also beim Wochenendausflug bescheiden.

Tatsächlich hat Ford es geschafft, auf fast 4,80 Meter Länge gerade mal genügend Raum für zwei Personen anzubieten.

Tatsächlich hat Ford es geschafft, auf fast 4,80 Meter Länge gerade mal genügend Raum für zwei Personen anzubieten.

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Was wiederum Ford nicht tut, denn die Preise für den Mustang sind Jahr für Jahr gestiegen und unter 55.500 Euro geht heute gar nichts mehr. Das Testfahrzeug kommt sogar auf 69.700 Euro, weil Ford hier einige Dinge extra in Rechnung stellt, unter anderem das Navi (1300 Euro), das adaptive Magna-Ride-Fahrwerk (2000 Euro), das California-Paket (2100 Euro) und natürlich – wie könnten wir das vergessen – die Lackierung in Cyber-Orange für 1300 Euro.

RND/SP-X

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