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Lexikon der Bike-Typen

Bobber, Café Racer, Scrambler – das bedeuten die verschiedenen Motorradnamen

Die Tourer-Ikone schlechthin: die GL 1800 Gold Wing mit Sechszylinder-Boxermotor.

Was aber unterscheidet den Bobber vom Cruiser, was den Café Racer vom Scrambler und wodurch zeichnet sich eigentlich eine Enduro aus? Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Motorradtypen und erklären ihre jeweiligen Charakteristika.

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Naked Bike

Das „nackte“ (naked, englisch für nackt) Motorrad ist eins, das ganz puristisch daherkommt, ohne Verkleidung und etwaige Anbauteile für die große Reise. Die Ergonomie stimmt für Fahrer und Fahrerinnen von unterschiedlicher Körpergröße, die Sitzposition ist aufrecht und kommod und ermöglicht auch etwas längere Ausflüge bei gemäßigtem Tempo. Das Naked Bike kann im zeitgenössischen Look daherkommen, wie etwa die Honda CB 500 F, oder auch moderne Parts mit Retroelementen verbinden, wie die Svartpilen 401 von Husqvarna. Und auch Fahrer, die sich ein Motorrad im nahezu authentischen Klassikdesign englischer Bikes der 60er Jahre wünschen, werden bedient, etwa mit der Royal Enfield 650 Interceptor. Bisweilen handelt es sich bei einem Naked Bike schlichtweg um die Basis- und damit günstigste Version einer Modellreihe.

Ideales Motorrad für Design-Puristen – ein Naked Bike wie die Honda CB 500 F.

Ideales Motorrad für Design-Puristen – ein Naked Bike wie die Honda CB 500 F.

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Café Racer

Der Café Racer geht auf die englische Motorradbegeisterung der 60er Jahre zurück. Damals trafen sich begeisterte Motorradfahrer, die es gerne auch etwas schneller angehen ließen, mit ihren selbst optimierten Bikes im heute längst legendären Ace Café vor den Toren Londons, das der Gattung den Namen gab. Der Café Racer ist mit einer Einzelsitzbank ausgestattet und verlangt schon wegen des flachen Lenkers eine geduckte, nach vorne gerichtete und sportliche Sitzhaltung, meist hinter einen kleinen Verkleidung (Halbschale), die vor dem Fahrtwind schützen soll. Maschinen im Café-Racer-Stil ab Werk gibt es unter anderem von Triumph mit der Thruxton RS und von Suzuki mit der SV 650 X.

Ideales Spielzeug für urbane Flanierer: Café Racer wie die Thruxton RS von Triumph.

Ideales Spielzeug für urbane Flanierer: Café Racer wie die Thruxton RS von Triumph.

Scrambler

Auch der Scrambler (to scramble, englisch für klettern), hat seinen Ursprung in den 60er Jahren, wenn auch jenseits des Atlantiks, in den USA. Dort trimmten Bastler damals ihre Straßenmotorräder mit simplen Mitteln – Stollenreifen, hoch gelegter Auspuff – auf (eher theoretische) Geländetauglichkeit. Schon bald folgte auch die Industrie diesem Trend und löste mit Scrambler-Modellen ab Werk einen kleinen, wenn auch nur kurz währenden Boom aus. Heute aber sind Scrambler im Zuge der Nostalgiebegeisterung wieder das heiße Ding. Ducati etwa hat gleich um das schlichtweg Scrambler genannte Startmodell eine ganze Modellpalette auf- und gleich noch eine Erlebniswelt drum herum gebaut. Ob Helm, T-Shirt, Jascke oder Satteltasche – alles gibt es im Scrambler-Look. Und wem das noch nicht reicht an Markenbindung, der kann Radio Scrambler Ducati hören. Weitere Scrambler: Benelli 500 Leoncino Trail, BMW R nineT Scrambler.

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Ein Fest für Nostalgiker: Scrambler wie die Benelli 500 Leoncino Trail.

Ein Fest für Nostalgiker: Scrambler wie die Benelli 500 Leoncino Trail.

Enduro

Als der Scrambler-Boom abflaute, trat Mitte der 70er Jahre Yamaha auf den Plan und machte sich das zunehmende Fernweh der Freizeitgesellschaft zu eigen. Mit der XT 500 schuf nicht nur ein ikonisches Motorrad, sondern gleich auch noch ein neues Segment – das der Enduro. Bei der handelt es sich im ein Motorrad, das man auf der Straße bewegen kann, das aber dank nun längerer Federwege, eines Motorschutzes im Unterschied zum Scrambler auch auf sehr schlechten Straßen und selbst im härteren Gelände eine gute Figur macht. Neben Enduros der kleineren Hubraumklassen, die wegen ihres geringeren Gewichts gerade auch im Gelände bewegt werden, gibt es auch Reise-Enduros für die ganz große Tour, die vom Kofferset über verschiedene Mappings bis zum beheizbaren Griff alles an Bord haben, wie die BMW R 1250 GS Adventure.

Reise-Enduro für die ganz große Tour: die BMW R 1250 GS Adventure.

Reise-Enduro für die ganz große Tour: die BMW R 1250 GS Adventure.

Tourer

Der Name sagt es schon: Auch der Tourer ist gemacht für die große Tour, wenn auch nicht für die über Stock und Stein. Eine Vollverkleidung sowie bequeme Sitzplätze mit Sofa-Komfort für Fahrer/Fahrerin und Sozius/Sozia für lange, möglichst entspannte Etappen, allerlei technische Helferlein (Bremsassistent, Airbags) sowie ein ausuferndes Gepäcksystem sind die charakteristischen Merkmale. Die Tourer-Ikone schlechthin ist die GL 1800 Gold Wing mit Sechszylinder-Boxermotor mit mehr als 1.800 ccm. Ebenso ein Klassiker: Harley-Davidson Road Glide Special.

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Sofa-Komfort für Fahrende und Beifahrende: der Harley Davidson Road Glide Special Tourer.

Sofa-Komfort für Fahrende und Beifahrende: der Harley Davidson Road Glide Special Tourer.

Supersportler

Nicht für die ganz lange, dafür aber für die rasend schnelle Fahrt gemacht ist der vollverkleidete Supersportler. Genau genommen handelt es sich um eine Rennmaschine für die Straße, liegen die Gene des Supersportlers doch im Rennsport. Angesichts eines Leistungsvermögens von rund 200 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 300 km/h sind Aprilia RSV4 1100 Factory, BMW S 1000 RR, Ducati Panigale V4 R, Honda CBR1000RR-R Fireblade SP oder Suzuki GSX-R 1000 also alles andere als Anfänger-Motorräder.

Nix für Anfänger: die CBR1000RR-R Fireblade SP.

Nix für Anfänger: die CBR1000RR-R Fireblade SP.

Chopper

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Wer Chopper sagt, denkt an Harley-Davidson und dem 60er Jahre Kultfilm „Easy Rider“. Chopper (to chop, engl. für abhacken, zerschneiden) waren in den 60er Jahren Ausdruck der Individualität zunächst nur einiger weniger Bastler (heute würde man wohl Customizern sprechen), die Serienmotorräder nach ihren ganz eigenen Vorstellungen umbauten und oft kaum mehr als den Motor übernahmen. Lange Gabel, turmhoher Lenker, tiefe Sitzbank, vorverlegte Fußrasten, schmaler Vorder- und breiter Hinterreifen – das waren und sind bis heute die klassischen Merkmale dieser Bikes zum entspannten Flanieren Nach einem Boom in den 80er Jahren, als nahezu jeder große Hersteller auch so genannte Soft-Chopper von der Stange anbot, ist das Angebot heute sehr überschaubar. Beispiel: Indian Chief Dark Horse oder BMW R18 Classic, die aber auch als Cruiser durchgeht.

Ein Chopper zum entspannten Flanieren, der aber auch als Cruiser durchgeht: die BMW R18 Classic.

Ein Chopper zum entspannten Flanieren, der aber auch als Cruiser durchgeht: die BMW R18 Classic.

Cruiser

Cruiser sind die zeitgenössische Chopper-Variante, die vor allem von den US-Herstellern Harley-Davidson und Indian angeboten werden. Klassische Cruiser (Harley Davidson Heritage Classic) und Sportcruiser (Indian Scout) buhlen ebenso um die Gunst der Kunden, wie mächtige Power-Cruiser à la XDiavel Black Star von Ducati, Eldorado von Moto Guzzi oder Rocket 3 von Triumph. Charakteristisch sind häufig eine Einzel-Sitzbank oder -Sattel (ein „Sitzkissen“ für Sozis/Sozia kann meist nachgerüstet werden), eine entsprechend kommode Sitzposition und vor allem ein gewaltiges Drehmoment, um entspannt cruisen zu können.

Bequeme Sitze sind das Markenzeichen jedweden Cruisers wie hier bei der Motoguzzi Eldorado.

Bequeme Sitze sind das Markenzeichen jedweden Cruisers wie hier bei der Motoguzzi Eldorado.

Bobber

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Noch ein Typ, der in den 40er und 50er Jahren in amerikanischen Hinterhöfen dem Wunsch nach mehr Individualität entsprang. Der Bobber heißt, wie er heißt, nach dem kleinen, nach außen zielenden Schwung des Vorderradfenders, dem Bob. Der ersetzte im Sinne der Gewichtsoptimierung den schwereren Hinterradfender, während man vorne ganz ohne fuhr. Alternativ konnte der hintere Fender auch „gebobbt“ (to bob, englisch für stutzen) werden. Andere Parts, die weggelassen wurden, waren unter anderem der Sozius-Sitz und die Hinterradfederung. Einzelsattel und Ballonreifen bestimmen das Erscheinungsbild auch der Bobber, die heute nicht mehr vom Hinterhof, sondern vom Band stammen, wie Honda CMX 1100 Rebel, Triumph Bobber und Harley Davidson HD Street Bob.

Früher wurden die Bobber im Hinterhof hergerichtet, heute laufen sie vom Band wie die Honda CMX 1100 REBEL.

Früher wurden die Bobber im Hinterhof hergerichtet, heute laufen sie vom Band wie die Honda CMX 1100 REBEL.

Flat Tracker

Der Flat Tracker hat Rennsport-Gene. Flat-Track-Rennen stammen aus den USA und erinnern an Sandbahnrennen, unterscheiden sich aber in Bezug auf die Bikes deutlich. So verfügen Flat Tracker immer über Vollfederung und Bremsen. Indian, selbst sehr erfolgreich im Flat-Track-Sport, hat mit der FTR Championship Edition einen potenten Flat Tracker für die Straße im Programm. Und eine Gewichtsklasse tiefer huldigen die wiederbelebte italienische Kultmarke Fantic mit der Caballero 500 Flat Track und die Franzosen von Mash mit der Dirt Track 650 diesem Sport.

Potenter Flat Tracker: Die Indian FTR 1200 Championship Edition.

Potenter Flat Tracker: Die Indian FTR 1200 Championship Edition.

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