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Wo die Waldbrandgefahr in Sachsen hoch ist: Interaktive Karte zeigt bedrohte Gebiete

Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit erhöhen die Gefahr von Waldbränden.

Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit erhöhen die Gefahr von Waldbränden.

Potsdam. Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen lassen die Gefahr für Waldbrände in Sachsen steigen. Für den Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) wird stündlich an fast 500 Messstationen in ganz Deutschland die Lufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit und die Niederschlagsmenge ermittelt.

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Daraus errechnet der Deutsche Wetterdienst täglich eine Einschätzung der Waldbrandgefahr an den einzelnen Standorten. Je höher die Bedrohungslage, desto leichter kann sich ein Feuer an diesem Tag in der entsprechenden Region ausbreiten.

Waldbrand-Gefahrenindex

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Generell gilt: Die Waldbrandgefahr steigt in der Regel von März bis Mai, wenn die Sonne auf eine durch den Winter trockene Vegetation trifft. Einen zweiten Höhepunkt der Saison bringen die Trockenphasen im Juli und August. Während im Frühjahr die Brandflächen eher klein bleiben, können sie sich im Sommer wegen der trockenen Böden auch unterirdisch schnell ausbreiten und zu einem Flächenbrand entwickeln.

Besonders gefährdete Regionen sind Niedersachsen, Brandenburg, Teile von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Ein Grund ist die trockene Witterung im Sommer, ein weiterer sind die Sandböden, in denen kaum Wasser gespeichert wird.

Der Mensch ist meistens der Auslöser

Zwar ist bei etwa der Hälfte der Feuer die Brandursache nicht zu ermitteln. Experten gehen aber davon aus, dass größtenteils der Mensch Verantwortung trägt – beispielsweise durch das Wegwerfen von glühenden Zigarettenstummeln, Grillen oder das motorisierte Fahren und Arbeiten im Wald. Auslöser können auch Brandstifter sein. In der Masse passieren die Feuer aber wohl durch Unachtsamkeit, so der Feuerökologe Alexander Held im RND-Interview.

Durch den Klimawandel gibt es häufiger Extremwetter, also auch längere Trockenphasen, was Brände begünstigt. Derzeit sind die Wälder noch immer anfällig wegen der Dürreperioden der Jahre 2018 und 2019. In diesen Jahren brannte in Deutschland laut Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eine Fläche von jeweils mehr als 2000 Hektar. In den Jahren zuvor war weniger als ein Zehntel dessen die Regel.

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Monokulturen begünstigen Waldbrände

Die Länder Südeuropas sind deutlich stärker betroffen als Deutschland. Jahr für Jahr verbrennt etwa in Portugal rund ein Prozent der Fläche des Landes. Nach Angaben des European Forest Fire Information Systems (EFFIS) waren es im Jahr 2017 sogar über 6 Prozent, eine halbe Million Hektar. Neben Portugal brennen vor allem in Montenegro, Albanien, Zypern, Kroatien, Griechenland, Italien und Spanien regelmäßig große Flächen ab.

Neben hohen Temperaturen und Trockenheit begünstigen dort weitere Faktoren die Ausbreitung der Feuer. Erstens gibt es in vielen südeuropäischen Ländern Gebiete mit Hügeln und Hängen, an denen sich das Feuer schnell nach oben ausbreiten kann. Zweitens treibt der starke Wind das Feuer vor sich her. Zudem brennen die Eukalyptusmonokulturen in Portugal und Spanien sehr schnell, sagte Feuerwehrexperte Ulrich Cimolino dem RND.

Eine Möglichkeit, Bränden vorzubeugen ist deshalb der Waldumbau. Monokulturen sind anfällig, Mischwälder hingegen resistenter gegen Großfeuer. Eine Neugestaltung ist jedoch mit viel Zeit und hohen Kosten verbunden.

Von RND/Johannes Christ

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