Gewaltverbrechen

Trauer um getötete 16-Jährige in Großröhrsdorf

Blumen und Kerzen liegen vor der Garage an der die 16-jährige Frau ermordet worden war. Eine Woche nach dem Tod der 16-Jährigen steht ein 15-Jähriger aus der ostsächsischen Kleinstadt unter Tatverdacht.

Blumen und Kerzen liegen vor der Garage an der die 16-jährige Frau ermordet worden war. Eine Woche nach dem Tod der 16-Jährigen steht ein 15-Jähriger aus der ostsächsischen Kleinstadt unter Tatverdacht.

Großröhrsdorf. Zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod einer 16-Jährigen in Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen) haben bei einer Andacht in der Stadtkirche rund 100 Menschen gemeinsam um sie getrauert. „Was passiert ist, macht uns fassungslos und ratlos“, sagte Pfarrer Stefan Schwarzenberg am Mittwochabend. „Uns alle eint die Betroffenheit, das Entsetzen über diese Gewalttat, die ein junges Leben ausgelöscht hat.“

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Das Mädchen war am 15. September nach einem Hinweis schwer verletzt in einem Garagenkomplex der Kleinstadt östlich von Dresden gefunden worden. Sanitäter und Notärzte hatten sie reanimiert, sie starb aber im Krankenhaus - nach dem Obduktionsergebnis an Stichverletzungen. Gut eine Woche später war ein 15-Jähriger in der Kleinstadt östlich von Dresden festgenommen worden.

Wie der Pfarrer sagte, war die Schülerin lebensfroh, „von Familie und Freunden geliebt und geschätzt“. Schmerz und Trauer seien für diese kaum auszuhalten. Auf die Frage „warum bloß?“ gebe es leider keine Antwort. Was bleibe, sei zusammenzurücken, einander beizustehen und zu trösten. Das Leben könne niemand zurückgeben, aber alle könnten ab jetzt noch mehr Mitmenschlichkeit zeigen. „Alles ist besser als Selbstjustiz und Rache.“ Die Anwesenden, darunter viele Jugendliche, zündeten Kerzen an, einige weinten in der Kirche.

Motiv und Hintergründe der brutalen Tat sind noch ungeklärt. Auch nach Unterbringung des 15 Jahre alten Tatverdächtigen in der Psychiatrie wird weiter wegen Verdachts des Totschlags ermittelt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz auf Anfrage sagte. Der Teenager habe sich bisher nicht geäußert.

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Aufgrund dringenden Tatverdachts hatte die Justizbehörde Haftantrag gestellt, ein Richter des Amtsgerichts Bautzen aber die Unterbringung in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses angeordnet. Die Hürden für eine Untersuchungshaft seien bei Beschuldigten diesen Alters „sehr hoch“, erklärte der Staatsanwalt. Die Tat wiege jedoch schwer.

Der 15-Jährige und das Mädchen, das in einem nahen Dorf lebte, kannten sich aus der Oberschule, wo er in die Parallelklasse ging. Sie sollen sich auch näher gekannt haben, wie es hieß. Die genaue Art ihrer Beziehung ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht klar. Die Ermittler befragen Mitschüler, Freunde und Zeugen, sie werten Chats und anderes aus - auch daraufhin.

Von RND/dpa

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