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KfW-Studie

Thüringen ist bundesweit Schlusslicht bei Existenzgründern

Im Gründungsmonitor der staatliche Förderbank KfW schneiden Sachsen-Anhalt und Thüringen  schlecht ab .

Im Gründungsmonitor der staatliche Förderbank KfW schneiden Sachsen-Anhalt und Thüringen schlecht ab .

Frankfurt am Main. Sachsen-Anhalt und Thüringen sind bundesweit Schlusslichter bei Existenzgründungen. Das geht aus dem aktuellen Gründungsmonitor der staatliche Förderbank KfW hervor. Im Schnitt wagten in Thüringen demnach in den Jahren 2016 bis 2018 nur 74 von 10.000 Erwerbstätigen den Sprung in die Selbstständigkeit. So niedrig war die Zahl in keinem anderen Bundesland. Sachsen-Anhalt lag mit 77 Existenzgründern auf 10.000 Erwerbstätige nur knapp davor auf dem vorletzten Platz.

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Anders als Thüringen konnte Sachsen-Anhalt gegenüber der vorigen Erhebung 2018 aber deutlich zulegen. Damals waren auf Grundlage der Jahre 2015 bis 2017 nur 60 Existenzgründer pro 10.000 Einwohner gezählt worden, was damals den letzten Platz beutete. Jetzt waren es 16 mehr. Thüringen war im Zeitraum 2015 bis 2017 dagegen noch auf 93 gekommen, was damals für den vorletzten Platz reichte. Jetzt waren es 19 weniger.

Ost-Länder leiden unter niedriger Kaufkraft

„Am Ende des Länderrankings sind regelmäßig ostdeutsche Flächenländer“, heißt es in der Studie. „Dort belastet eine im Durchschnitt geringere Kaufkraft die Gründungstätigkeit. Auch die ältere Bevölkerungsstruktur wirkt sich negativ auf die Gründungstätigkeit aus, da die Gründungsneigung in der Regel mit dem Alter abnimmt.“

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In Thüringen mit zuletzt nur 5,2 Prozent Erwerbslosigkeit kommt zudem der boomende Arbeitsmarkt hinzu. „Großbetriebe haben typischerweise attraktive Arbeitsplätze zu bieten, die auch für potenzielle Gründer interessant sind“, so die KfW-Autoren. Daher gebe es weniger Druck, sicht selbstständig zu machen. „Eine industrielle Prägung geht dagegen mit einer geringeren Gründungstätigkeit einher.“

Sachsen zieht an Hessen vorbei

Sachsen dagegen liegt mit 106 Existenzgründern pro 10.000 Erwerbstätige bundesweit im Mittelfeld (Platz 9) – und zog sogar an Hessen (99) vorbei. Vor einem Jahr waren es im Freistaat allerdings noch sechs Gründer mehr gewesen. In Hessen schrumpfte die Zahl dagegen sogar um 33. Bei der Erhebung 2017 hatte Hessen mit damals 182 Gründern bundesweit sogar noch auf Platz drei gelegen.

Spitzenreiter in Deutschland ist weiterhin Berlin mit 193 Gründern auf 10.000 Erwerbstätige vor Hamburg (146). Auf Platz drei folgte dann mit Brandenburg das erste Flächenland im Osten (134 Gründer). Für das Land bedeutet das einen rasanten Aufstieg: Vor einem Jahr hatte Brandenburg mit damals 125 Gründern nur auf Platz acht gelegen.

Brandenburg profitiert von Speckgürtel um Berlin

„Berlin färbt auf Brandenburg ab“, so die Autoren der Studie. Dabei habe Brandenburg im Grunde dieselben Probleme wie die anderen neuen Länder. „Diese Merkmale treffen nach wie vor auf Brandenburg zu“, heißt es in der Studie. „Der positive Effekt der Gründungstätigkeit in Berlin scheint den negativen Einfluss dieser Merkmale zu überkompensieren.“

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Bei der Erhebung 2017 war Brandenburg mit damals 110 Gründern noch weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz gelandet. Schlusslicht war auch da: Sachsen-Anhalt.

Von Frank Johannsen

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