Statistik

Tankbetrug und Benzinklau in Sachsen nehmen zu

Der Sprit wird teurer. Offenbar führt das dazu, dass auch die Zahl der Tankbetrüger zunimmt. (Symbolbild)

Der Sprit wird teurer. Offenbar führt das dazu, dass auch die Zahl der Tankbetrüger zunimmt. (Symbolbild)

Dresden/Leipzig. Benzin tanken und dann einfach wegfahren: An den Tankstellen in Sachsen machen sich Autofahrer immer öfter auf und davon, ohne für den gezapften Sprit zu bezahlen. Wie das Landeskriminalamt in Dresden bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, stiegen die Fälle von Tankbetrug und Kraftstoffdiebstahl von Januar bis Ende August von 1364 Fällen im vergangenen auf 1772 in diesem Jahr. Das entspricht einer Steigerung von fast einem Drittel. Dabei ging es in 106 Fällen um Kraftstoffdiebstahl aus anderen Fahrzeugen oder von Firmen. 2021 schlugen insgesamt 2275 Fälle zu Buche.

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Laut Polizeibericht füllte etwa Anfang September ein Unbekannter an einer Tankstelle in Zittau Diesel in ein silberfarbenes Auto und fuhr davon, ohne die fälligen rund 130 Euro zu bezahlen. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Kennzeichen des Wagens gestohlen waren. Wenige Wochen zuvor im August betankte ein Unbekannter in Olbernhau im Erzgebirge sein Auto mit gut 52 Liter Super E10 im Wert von rund 90 Euro und fuhr ebenfalls davon. Auch in diesem Fall waren die Kennzeichen falsch.

Bereits im Frühjahr hatte die Polizei in Ostsachsen wegen einer Reihe von Kraftstoff-Diebstählen ermittelt. So hatte die Autobahnpolizei allein im April 13 Fälle von Tankbetrug an der Raststätte Oberlausitz an der A4 registriert, bei denen Kriminelle ohne zu bezahlen mehr als 510 Liter Kraftstoff abgezapft haben sollen. Der Schaden soll mehr als 1100 Euro betragen haben.

Tankbetrug: Leipzig und Umland ganz vorne

Den Angaben des Landeskriminalamtes zufolge steht die Stadt Leipzig mit 412 Fällen im vergangenen Jahr beim Tankbetrug in Sachsen an der Spitze - gefolgt vom Landkreis Leipzig mit 412 und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 243 Fällen.

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Daneben wird auch aus anderen Fahrzeugen oder auf Baustellen Kraftstoff gestohlen. In Schmölln-Putzkau etwa öffneten Unbekannte Ende August in der Kiesgrube die Kraftstofftanks von drei Arbeitsmaschinen und stahlen etwa 700 Liter Diesel im Wert von 1500 Euro. Mitte September stahlen Unbekannte in Frankenberg (Mittelsachsen) rund 500 Liter Diesel im Wert von etwa 1200 Euro aus dem Tank eines Lasters. Dazu bohrten die Täter den Tank des Fahrzeuges auf und verursachten allein damit einen Schaden von rund 6500 Euro. In einem Fall hatten Unbekannte im Juli vergangenen Jahres aus einer firmeneigenen Tankstelle auf dem Gelände einer Agrargenossenschaft in Erlau (Mittelsachsen) mehr als 30.000 Liter Diesel entwendet.

Immer mehr Fälle von Tankbetrug werden registriert. In Sachsen passiert das am häufigsten in Leipzig und im Leipziger Umland. (Symbolbild)

Immer mehr Fälle von Tankbetrug werden registriert. In Sachsen passiert das am häufigsten in Leipzig und im Leipziger Umland. (Symbolbild)

Gesamtschaden wird nicht beziffert

„Grundsätzlich gilt, dass sämtlicher Sprit im Besitz der Mineralölgesellschaften bleibt, bis der Endkunde bezahlt hat“, stellte der Pressesprecher des Tankstellen-Interessenverbandes (TIV), Herbert W. Rabl, klar. „Unsere Mitglieder, die Pächter der Tankstellen, sind lediglich Handelsvertreter und erhalten eine Provision, die im Schnitt nur etwa ein Cent je verkauftem Liter Sprit beträgt, egal wie hoch der Preis ist. Wenn Sprit geklaut wird, wird de facto die Mineralölgesellschaft bestohlen. Die Pächter haben keinen Schaden, müssen das jedoch melden.“

„Aktuell hören wir angesichts der hohen Spritpreise von leicht erhöhten Diebstahlquoten, die jedoch von sehr niedrigem Niveau kommen“, sagte Rabl. Die Überwachung mit Video sei verbessert worden. Deshalb sei Tankdiebstahl trotz der gestiegenen Preise selten. Wie hoch der Schaden ist, der den Mineralölkonzernen durch den Tankbetrug entsteht, ist nicht bekannt. Unternehmen wie Total oder Shell halten sich bedeckt.

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Von RND/dpa

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