Studium

Plätze in Sachsens Studentenwohnheimen aktuell besonders knapp

Die Studentenwohnheime der Studentenwerke Sachsen auf der Gret-Palucca-Straße.

Die Studentenwohnheime der Studentenwerke Sachsen auf der Gret-Palucca-Straße.

Dresden. Die Suche nach einem Platz in den Wohnheimen der sächsischen Studentenwerke wird für Studienanfänger zu Beginn des Wintersemesters noch schwieriger als in den vergangenen Jahren. Durch die Verlängerung der Regelstudienzeit während der Corona-Pandemie werden viele Zimmer von den Studenten länger gebraucht und können nicht neu vergeben werden, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Studentenwerken. „Es stehen uns dadurch im Wintersemester etwa 500 Zimmer weniger zur Verfügung“, sagte die Sprecherin des Dresdner Studentenwerkes, Sandy Hofmann. Welchen Einfluss steigende Energiepreise und Mieten auf dem Wohnungsmarkt für die Nachfrage nach Wohnheimplätze hat, lässt sich noch nicht sagen.

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In den Wohnheimen der vier sächsischen Studentenwerke Dresden, Chemnitz-Zwickau, Freiberg und Leipzig kann längst nicht jeder, der an Sachsens Hochschulen studiert zu Semesterbeginn einen Platz ergattern. In den Heimen können laut Wissenschaftsministerium rund 16 000 Studenten unterkommen. Bei rund 101 000 Studierenden entspreche das einer Quote von 15,85 Prozent, hieß es.

„Anträge übersteigen Kapazitäten“

„Die Antragszahlen für den Standort Dresden übersteigen gegenwärtig unsere Kapazitäten“, sagte Sandy Hofmann. Deswegen habe das Studentenwerk bisher 381 Bewerbern absagen müssen. Vor der Corona-Pandemie sind in der Regel vor dem Wintersemester immer etwa 600 Studentinnen und Studenten leer ausgegangen. In Görlitz und Zittau waren zuletzt noch Plätze frei. Nach vierjähriger Bauzeit waren in Dresden 2019 zwei Studentenwohnheime in der Gret-Palucca-Straße mit 484 möblierte Einzelapartments fertig geworden. Aktuell wird ein weiteres Wohnheim saniert, das 2021 aus Gründen des Brandschutzes geschlossen werden musste.

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Auch beim Studentenwerk Freiberg, das Wohnheime in Freiberg und Mittweida betreibt, gibt es nicht genügend Plätze. „Wir verzeichnen an beiden Standorten mehr Bewerber als zu vergebende Zimmer“, sagte der Sprecher des Studentenwerkes, Christian Schröder. Es gebe Wartelisten. In Freiberg sei die Vergabe der Zimmer noch nicht beendet. Die Sanierung eines Hauses in der Freiberger Heinrich-Heine-Straße werde demnächst abgeschlossen. Das könne etwas Entlastung bringen. Vor der Corona-Pandemie seien jährlich etwa 500 Plätze zum Wintersemester neu vergeben worden. Die Verlängerung der Regelstudienzeit in der Pandemie sorge für viele Verlängerungsanträge. Die Zahl der verfügbaren Zimmer sinke deshalb in diesem Jahr auf 360 Zimmer.

Etwa 5300 Studentenwohnheimplätze in 15 Wohnheimen werden vom Studentenwerk Leipzig betreut. „Die Zahl vermietbarer Plätze zu Beginn eines Wintersemesters variiert und lag in den vergangenen Jahren bei etwa 2000 Wohnheimplätzen“, sagte Tina Krenkel vom Studentenwerk. „Die Nachfrage ist sehr hoch und befindet sich wieder auf Niveau von vor Corona.“ In den vergangen Jahren habe es immer Wartelisten gegeben. Es gebe Studenten, die wollten nur in bestimmten Wohnheimen wohnen oder bevorzugten bestimmte Wohnformen wie etwa Apartments.“ Sie akzeptierten keine Alternativangebote. In diesem Jahr seien nur etwa 1600 Wohnheimplätze verfügbar - weniger als in den vergangenen Jahren. Viele Studenten hätten den Mietvertrag über das Wintersemester hinaus verlängert. Zudem würden 74 Wohnheimplätze saniert. Deshalb sei die Warteliste diesmal länger als sonst.

Noch freie Plätze verfügbar

Noch freie Plätze gibt es in den zehn Heimen in Chemnitz, Zwickau und Schneeberg mit 2700 Plätze des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau. Sowohl Chemnitz als auch in Zwickau seien noch Zimmer verfügbar, hieß es. Die Mieten variierten je nach Zimmertyp und Ausstattung zwischen 179,50 Euro und 276,50 Euro. Und im Gegensatz zum freien Wohnungsmarkt seien dort schon sämtliche Nebenkosten enthalten, auch die für Strom und Heizung. Trotz steigender Energiepreise müsse niemand eine Nachzahlung fürchten.

Zum Vergleich: In Dresden sind die Mieten in den vergangenen Jahren gestiegen. Einzelzimmer in Wohngemeinschaften kosten jetzt zwischen 182 und 303 Euro, Einzelappartements zwischen 240 und 349 Euro. Und die nächste Erhöhung steht bevor. Wegen der steigenden Energiekosten müssten die Betriebskosten - die so genannte pauschale Umlage - Anfang Dezember um 26,99 Euro erhöht werden, hieß es. In Leipzig und Freiberg sind zwar noch keine Erhöhungen geplant, aber auch dort wird gerechnet und neu kalkuliert.

Von RND/ dpa

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