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Bundesvergleich

Sachsens Studenten haben weniger Geld

Studenten sitzen in einem Hörsaal der Technischen Universität Dresden.

Studenten sitzen in einem Hörsaal der Technischen Universität Dresden.

Leipzig.Sachsens Studenten haben weniger Geld in der Tasche als der bundesdeutsche Durchschnitt, wohnen oft im Wohnheim, nutzen rege die Mensa und – nun ja – bringen auch mehr Kinder zur Welt. Das geht aus dem 1. Regionalbericht „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Sachsen“ hervor, der gestern in Dresden von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) vorgestellt wurde. Rund 2000 Studenten wurden dafür befragt, die Zahlen bereits 2016 erhoben. Die Tendenz bleibe allerdings, so Stange. Hier die Fakten:

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Wie entwickeln sich die Studentenzahlen?

Sie steigen weiter und lagen im Erhebungszeitraum bei 112 320. „Wir haben so viele Studierende wie noch nie in Sachsen“, schwärmt Stange. „Während sich die Bevölkerungszahlen halbiert haben.“ Ein Grund seien auch die zahlreichen ausländischen Kommilitonen. Liegt der Bundesdurchschnitt hier bei neun Prozent, beträgt er in Sachsen sogar 13 Prozent.

Was zieht ausländische Studenten ausgerechnet nach Sachsen?

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Stange vermutet als einen Grund niedrige Lebenshaltungskosten. „Mittlerweile gibt es aber auch in Chemnitz beispielsweise einen Hotspot für indische Studenten.“ Möglicherweise spreche sich herum, dass dort gute Bedingungen herrschten. Gleichzeitig verweist die Ministerin darauf, dass der Freistaat seit der Wende seine Internationalisierungsstrategie konsequent vorangetrieben habe, zum Beispiel mit englischsprachigen Masterstudiengängen. Außerdem seien die Unis in Leipzig und Dresden mittlerweile auch in internationalen Rankings vertreten.

Wo liegt der Altersdurchschnitt?

Bei 24,5 Jahren. Im Bund sind es 24,7 Jahre. Tendenz steigend. 53 Prozent im Freistaat sind Studenten, 45 Prozent Studentinnen und ein Prozent ohne Zuordnung. Das trifft auch auf den Bund zu, wo 48 Prozent Frauen studieren und 51 Prozent Männer.

Wie viel Geld haben die Studenten in der Tasche?

Pro Monat verfügen Studierende in Sachsen über durchschnittlich 798 Euro. Zum Vergleich: 839 sind es durchschnittlich im Osten und sogar 918 im Bund. Dennoch begnügen sich viele Studenten zwischen Leipzig und Görlitz damit. Während nämlich im Bundesschnitt sieben von zehn Studenten rund 9 Stunden in der Woche nebenbei jobben, sind es im Freistaat nur sechs von zehn. Und auch diese arbeiten dann nur 7 Stunden im Schnitt.

Woran liegt das?

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Ebenfalls an den niedrigeren Lebenshaltungskosten. 259 Euro kostet die Miete durchschnittlich in Sachsen für einen Studenten, weitere 154 Euro gehen für die Ernährung drauf. Deutschlandweit liegen die Zahlen deutlich höher: 323 Euro für Miete und 168 Euro für Lebensmittel.

Wie wohnen sächsische Studenten?

Am liebsten in der Wohngemeinschaft (WG). 37 Prozent entscheiden sich dafür, 24 Prozent ziehen lieber mit ihrem Partner zusammen, 17 Prozent leisten sich eine eigene Mietwohnung und 14 Prozent gehen ins Wohnheim. Besonders häufig betrifft das ausländische Studenten – 43 Prozent der Wohnheimplätze werden von ihnen belegt. Lediglich acht Prozent der Studierenden bleiben im Hotel Mama, also in der Wohnung ihrer Eltern.

Wo wohnen sie am liebsten?

In der Nähe des Studienorts. 78 Prozent in Sachsen tun das, im Osten sind es nur 70 und im Bundesdurchschnitt sogar nur 61 Prozent.

Wo isst der Student?

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In der Mensa. 44 Prozent sehen sich dort als Stammgäste, weitere 33 Prozent nutzen sie sporadisch. Im Bund sind es nur 32 Prozent beziehungsweise 36 Prozent.

Wie viele Studenten bekommen BaföG?

27 Prozent – Tendenz weiter sinkend, was zumeist mit steigenden Einkommen der Eltern zu tun hat. Bundesweit sind es sogar nur 18 Prozent. Mehr als vier von fünf BaföG-Empfängern könnten ohne die Hilfe aber gar nicht studieren. Das entsprechende Gesetz soll in diesem Jahr auf Bundesebene novelliert werden.

Wie groß ist der Anteil von studierenden Eltern?

Man sage scherzhaft, die beste Zeit Kinder zu kriegen, sei das Studium, zitiert Stange. „Die Bedingungen zur Kinderbetreuung sind jedenfalls mittlerweile sehr gut an allen Standorten“, lobt die Ministerin. Demzufolge haben neun Prozent der Studierenden in Sachsen mindestens ein Kind. Deutschlandweit sind es nur sechs Prozent und in den alten Bundesländern lediglich fünf.

Was tun die sächsischen Studentenwerke?

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Die vier vorhandenen Studentenwerke in Leipzig, Dresden, Chemnitz-Zwickau und Freiberg decken einen großen Bereich von Beratung, Wohnen, BaföG, Mensa und Kultur ab. Die Sprecherin der sächsischen Studentenwerke, Anja Schönherr, sagt, die Auswertung zeige, „dass vor allem Studierende mit geringem Einkommen sowie mit einem geringen Bildungshintergrund der Eltern die Leistungen der Studentenwerke in Anspruch nehmen“.

Wie viel Geld fließt in den Betrieb der Verpflegungseinrichtungen und die Beratungsangebote der Studentenwerke?

2016 waren es elf Millionen Euro. Dies soll bis 2020 so bleiben. Zusätzliche fünf Millionen (2019) und sieben Millionen Euro (2020) hält der Landeshaushalt als Zuschüsse für Investitionen in Verpflegungseinrichtungen sowie in Sanierung oder Neubau von Wohnheimen bereit.

Wo drückt Studenten am meisten der Schuh?

Sechs von zehn Studenten in Sachsen haben Beratungsbedarf, zumeist in persönlichen Fragen. Dazu rechnen Probleme mit Alkohol oder Drogen, Depressionen oder auch Partnerschaftsprobleme.

Von Roland Herold

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