Immer mehr Neuinfektionen

Sachsen plant verschärfte Corona-Kontrollen durch die Polizei

Polizisten sollen in Sachsen verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren (Symbolfoto).

Polizisten sollen in Sachsen verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren (Symbolfoto).

Dresden. Die Einhaltung der Corona-Hygieneregeln soll in Sachsen künftig stärker kontrolliert werden – auch durch die Polizei. Die Anzahl der Kontaktpersonen einer infizierten Person müssten sich reduzieren, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Sonntag. „Deshalb werden die Hygieneregeln stärker kontrolliert, die Länderpolizeien unterstützen die kommunalen Gesundheitsämter dabei“, betonte der CDU-Politiker.

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Zudem sollen die kommunalen Gesundheitsämter bei der Kontaktermittlung durch zusätzliches Personal der Länder und des Bundes unterstützt werden. "Die Bundeswehr ist ein geschätzter Partner. Um Infektionsketten zu unterbrechen ist diese Arbeit nicht nur unerlässlich, sie ist entscheidend", erläuterte Kretschmer. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bekräftigte das Hilfsangebot der Bundeswehr etwa für die Gesundheitsämter. "Wir können helfen", erklärte die CDU-Politikerin am Sonntag. Derzeit sind bundesweit rund 1550 Soldatinnen und Soldaten – darunter auch in Leipzig – zur Bekämpfung gegen die Corona-Pandemie im Einsatz, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilte.

Kretschmer: Gastronomie, Schul- und Kitabetrieb soll weiterlaufen

Es gebe in der jetzigen Situation mit steigenden Infektionszahlen keinen Grund zu Hysterie, aber durchaus zum Handeln, betonte Ministerpräsident Kretschmer. „Veranstaltungen sollen weiter möglich sein, die Gastronomie arbeiten, Schulen und Kitas geöffnet sein und die Unternehmen arbeiten.“ Dafür müsste die Gesellschaft aber das „Wissen um die Übertragungswege des Coronavirus konsequent anwenden.“

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In Sachsen gibt es inzwischen fast 10.000 registrierte Corona-Infektionen. Laut der aktuellen Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) erhöhte sich die Zahl der laborbestätigten Corona-Fälle von Samstag auf Sonntag um 197 auf nun 9935. Der sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert – also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner – liegt derzeit bei 31,7 für den gesamten Freistaat. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, weil nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Im derzeit am stärksten betroffenen Erzgebirgskreis, der als Risikogebiet gilt, lag der 7-Tage-Inzidenzwert zuletzt bei 69,3.

Corona-Ausbruch in Chemnitzer Pflegeheim

Am Wochenende wurde wegen mehrerer Corona-Infektionen eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Dresden geschlossen. Die Bewohner dürften auf Anordnung des Gesundheitsamtes die Einrichtung vorläufig nicht verlassen und keinen Besuch empfangen, teilte die Landesdirektion Sachsen am Samstag mit. Außerdem wurde das strikte Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen durch das Gesundheitsamt ausdrücklich angeordnet. Derzeit sind in der Unterkunft 196 Menschen untergebracht, darunter 14 Kinder. Das Gesundheitsamt hat für die kommende Woche Tests von Bewohnern und Mitarbeitern der Einrichtung angekündigt.

Mehr zum Thema:Corona-Regeln: Sachsen führt Sperrstunde und verschärfte Maskenpflicht ein

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In einem Chemnitzer Pflegeheim sind 13 Bewohner und 6 Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das Gesundheitsamt sperrte am Samstag die betroffenen Teile des Heims. Zudem wurden ein Besuchs- und Ausgangsverbot sowie weitreichende Quarantäne-Maßnahmen angeordnet. Ein weiterer Bereich des Heims wird in der kommenden Woche getestet.

Von LVZ

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