Verunreinigtes Rohöl

Raffinerie Leuna von Öl-Stopp betroffen – Versorgung gesichert

Die russischen Öllieferungen über die Pipeline Druschba (Freundschaft)  sind gegenwärtig unterbrochen, doch die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl in Deutschland ist davon nach Aussage der Branche nicht berührt.

Die russischen Öllieferungen über die Pipeline Druschba (Freundschaft) sind gegenwärtig unterbrochen, doch die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl in Deutschland ist davon nach Aussage der Branche nicht berührt.

Leuna. Die Total Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna kann die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl vollumfänglich aufrechterhalten. „Es gibt keine Lieferengpässe“, sagte der Raffinerie-Chef Willi Frantz gegenüber LVZ.de. Frantz bestätigte, dass die russische Öllieferungen über die Pipeline Druschba (Freundschaft) gegenwärtig unterbrochen sind. Allerdings gebe es Alternativrouten. So werde gegenwärtig Rohöl aus Russland per Schiff nach Gdańsk (Danzig) in Polen gebracht und von dort per Pipeline nach Leuna gepumpt. Das klappe sehr gut. „Wir müssen nicht einmal unsere Vorräte anfassen.“ Die Raffinerie verfügt über große Tanklager, um bei Bedarf Lieferengpässe für mehrere Tage überbrücken zu können.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Russland: Öl soll innerhalb der nächsten zwei Wochen wieder fließen

Frantz sagte weiter, dass Autofahrer nicht mit Preiserhöhungen rechnen müssen. Wenn der Raffinerie höhere Kosten entstünden, werde man das mit den russischen Geschäftspartnern klären. Von dort sei das Signal gekommen, dass ab Wochenende wieder „sauberes Öl in bekannter Qualität“ durch die Drushba-Pipeline gepumpt werde. Russland teilte am Freitagbend mit, innerhalb der nächsten zwei Wochen solle der Betrieb wieder stabil laufen. Die Folgen des technischen Versagens würden nun schnell beseitigt, hieß es.

Über die Pipeline fließt rund ein Drittel der deutschen Ölimporte. Polen hatte die Pipeline am Mittwochabend geschlossen. Das Rohöl enthalte zu viele Chloride, die in den Raffinerien Schaden anrichten, hieß es. Die Chloride werden bei der Förderung des Rohöls benötigt, anschließend aber wieder entfernt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die 1997 in Betrieb genommene Erdölraffinerie in Leuna mit knapp 700 Mitarbeitern verarbeitet jährlich über elf Millionen Tonnen Rohöl zu Produkten wie Methanol, Heizöl, Naphta (Rohbenzin), Propylen oder Bitumen für den Straßenbau. Und natürlich zu Benzin und Diesel – und versorgt damit rund 1300 Tankstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und darüber hinaus. Beliefert werden nicht nur Stationen von Total selbst, sondern auch alle anderen Ketten.

Rohölkosten treiben Benzin-Preise in die Höhe

Auch die Erdölraffinerie PCK Schwedt/Oder, die ebenfalls über die Druschba-Pipeline russisches Öl bezieht, geht nicht von Lieferengpässen aus. Im PCK Schwedt werden jährlich zwölf Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Gesellschafter sind Rosneft Deutschland GmbH, Shell Deutschland GmbH und die AET-Raffineriebeteiligungs-Gesellschaft mbH.

Beim Mineralölwirtschaftsverband (MWV) heißt es ebenfalls, dass es aktuell keine Qualitäts- und Lieferprobleme gebe. Die höheren Preise an den Tankstellen seien auf die Verteuerung von Rohöl seit Jahresbeginn zurückzuführen. Das liege an der gedrosselten Ölförderung von OPEC und anderen Anbietern.

Von Andreas Dunte

Mehr aus Mitteldeutschland

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen