Corona

Pandemie sorgt an Sachsens Arbeitsmarkt für Gewinner und Verlierer

Durch die Pandemie gab es Gewinner und Verlierer auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen.

Durch die Pandemie gab es Gewinner und Verlierer auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen.

Chemnitz. Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt fest im Griff. Auch wenn noch nicht alle ihre Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit erkennbar sind, Gewissheit hat die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in einigen Punkten: „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist deutlich gestiegen. Die Unternehmen sichern mit Kurzarbeitergeld bestehende Arbeitsplätze. Zugleich haben sich die Einstellungsbereitschaft und damit auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im vergangenen Jahr wieder leicht verbessert“, sagte Behördensprecher Frank Vollgold.Ein kräftiges Job-Wachstum gab es im Sozialbereich. Im Oktober 2021 arbeiteten hier in Sachsen 136 700 Frauen und Männer - 8,3 Prozent aller 1,64 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Gegenüber dem Oktober 2020 entstanden in dieser Branche 1800 zusätzliche Jobs, bezogen auf den Oktober 2019 waren es sogar 4643. Das entspricht einem Anstieg von 3,5 Prozent, er liegt deutlich über dem Gesamtanstieg der Beschäftigung (0,4 Prozent). Stellenzuwachs gab es auch im Gesundheitswesen, wo im Oktober des Vorjahres 4635 Menschen mehr beschäftigt waren als zwei Jahre zuvor (3,7 Prozent).

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Zuwachs in der Logistik und der Immobilienbranche

Gesundheit und Soziales sind aber nicht die einzigen Gebiete, die in der Pandemie ein Stellenwachstum verzeichneten. Im Bereich Logistik kamen im Betrachtungszeitraum 4386 Beschäftige (4,7 Prozent) dazu. In der Immobilienbranche einschließlich freiberuflicher Dienstleistungen stieg die Zahl um 3672 (3,4 Prozent), im Bereich Information und Kommunikation um 3099 (6,7 Prozent). Auch die öffentliche Verwaltung kann auf einen Stellenzuwachs von 1420 oder 1,4 Prozent verweisen. Bei Energie, Wasserversorgung und Abfallwirtschaft kamen 431 Arbeitnehmer (1,1 Prozent) dazu.

Dem steht ein zum Teil kräftiger Jobabbau in anderen Branchen gegenüber. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau wurden die meisten Jobs im Verarbeitenden Gewerbe abgebaut. Im Oktober 2021 arbeiteten hier 316 500 Menschen. Das waren zwar 2300 mehr als im Vorjahr, aber 5703 weniger als im Oktober 2019. Die Experten führen das auch auf Veränderungen in der Produktion zurück sowie auf zeitweise Unterbrechungen von Zulieferketten. Immerhin stimmt die positive Entwicklung im vergangenen Jahr optimistisch.

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Verlierer im Gastgewerbe

Anders lief es im Gastgewerbe: Hier verschwanden in den beiden zurückliegenden Jahren Jobs. Im Herbst 2021 hatte Hotels und Gaststätten in Sachsen noch 53 000 Mitarbeiter, 900 weniger als ein Jahr zuvor und knapp 3100 weniger als im Oktober 2019. Nach Angaben von Vollgold konnte hier leider nicht jeder Arbeitsplatz durch Kurzarbeitergeld gesichert werden. „Auch im Bereich Handel haben wir in Sachsen gegenüber dem Vorjahr und dem Vorkrisenniveau leichte Rückgänge, weil die Branche maßgeblich von der Pandemie beeinträchtigt wurde.“

Im zweiten Jahr der Corona-Krise registrierte die Arbeitsverwaltung aber eine gestiegene Bereitschaft der Firmen zur Einstellung von Personal. Im gesamten Jahr 2021 wurden fast 94 000 neue Stellen gemeldet, deutlich mehr als im Vorjahr. Das größte Plus an freien Stellen gab es im Verarbeitenden Gewerbe, im Bereich der freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Handel. In der Zeitarbeit, dem Gastgewerbe und auf dem Bau nahm die Einstellungsbereitschaft dagegen ab. Erfreulicher Trend: Die meisten Stellen waren Vollzeit-Jobs und unbefristet zu besetzen.

„Der sächsische Arbeitsmarkt hält der Krise weiter stand. Wir bewältigen seit 2020 noch nie da gewesene Herausforderungen. Das gelingt bis heute auch dank des Kurzarbeitergeldes“, lautete das Fazit von Behördenchef Klaus-Peter Hansen. Die Indikatoren für den Arbeitsmarkt hätten sich leicht verbessert: „Die Arbeitslosigkeit sank, die Beschäftigung stieg und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen liegt wieder auf hohem Niveau.“

Von RND/dpa

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