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Personalnot

Mehrere Geburten gleichzeitig: Sachsens Hebammen beklagen schlechte Arbeitsbedingungen

Hebammen in Sachsen beklagen die schlechten Arbeitsbedingungen. (Symbolbild)

Hebammen in Sachsen beklagen die schlechten Arbeitsbedingungen. (Symbolbild)

Dresden.In sächsischen Kreißsälen fehlt Personal. Außerdem beklagen Hebammen schlechte Arbeitsbedingungen. Das sind zwei Ergebnisse aus aktuellen Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, die von der sächsischen Linke-Politikerin Sabine Zimmermann angefordert wurden. Sie hat im Bundestag den Vorsitz im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Bei der Befragung gab mehr als die Hälfte der festangestellten Hebammen in Sachsen an, zwei Gebärende gleichzeitig zu betreuen. Jede Fünfte haben es mit drei gebärenden Frauen zu tun. In Schichten mit besonders vielen Geburten müssen sich 30 Prozent der Hebammen sogar um vier Frauen gleichzeitig kümmern. Die von Fachgremien empfohlene Eins-zu-Eins-Betreuung ist eher die Ausnahme (17,5 Prozent).

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„In der Studie, die den Gutachten zugrunde liegt, beklagen Hebammen, dass sie die gebärenden Frauen nicht so betreuen könnten, wie sie es fachlich für richtig hielten. Die Arbeitsbelastung in den Geburtsstationen sei sehr hoch“, erklärte Zimmermann. Im Schnitt leisteten die Hebammen 15 Überstunden im Monat. Ein Viertel der Hebammen denke über einen kompletten Ausstieg aus dem Beruf nach.

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Unterfinanzierte Geburtshilfe

„Die Ergebnisse der Gutachten sind erschreckend. Seit Jahren ist die Geburtshilfe unterfinanziert, in Sachsen und bundesweit. Es fehlt Personal, aber mehr Stellen werden nicht finanziert“, erklärte Zimmermann. Grund dafür sei die Ökonomisierung des Gesundheitswesens. „Pro Geburt erhält ein Krankenhaus nur eine Pauschale, die auch noch zu niedrig bemessen ist (...) Die Bundesregierung muss begreifen, dass man eine Klinik nicht wie eine Fabrik organisieren kann.“

Von RND/dpa

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