Energiekrise

Kuh vom Eis: Leipziger VNG wird nicht verstaatlicht

Blick auf den Gasspeicher der VNG in Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt).

Blick auf den Gasspeicher der VNG in Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt).

Leipzig. Dem Leipziger Gashändler VNG bleibt ein ähnliches Szenario wie dem Gasimporteur Uniper erspart. Musste der Düsseldorfer Energiekonzern vor dem Hintergrund des russischen Gas-Lieferstopps verstaatlicht werden, um zu überleben, hat VNG jetzt den Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen zurückgezogen. „Es wird nicht zu einer Beteiligung des Bundes an VNG kommen“, teilen die Leipziger mit.

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Möglich wurde das nach Angaben des Unternehmens, weil man gemeinsam mit dem Bund Restrisiken aus einem Vertrag mit Gazprom Export auflösen konnte. Der Bund sicherte zu, VNG mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu unterstützen. Eine konkrete Summe wurde nicht genannt. Die darüber hinaus auflaufenden Verluste wird VNG als Importeur aus eigener Kraft und gemeinsam mit den Anteilseignern tragen, heißt es. Wie hoch die Verluste insgesamt sind, wurde nicht mitgeteilt.

Risiken sind jetzt abschließend beseitigt

Weil Gazprom Export keine Erdgas an VNG geliefert hat, musste das Leipziger Unternehmen teuer Ersatz auf dem Weltmarkt kaufen, um seinen Verpflichtungen gegenüber Stadtwerken und Industriekunden gerecht zu werden. Diese Risiken seien jetzt abschließend beseitigt.

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Konkret war VNG durch den Lieferausfall zweier Verträge in Schwierigkeiten geraten. Mit einem der Vorlieferanten konnte VNG bereits vor wenigen Wochen eine außergerichtliche Einigung erzielen. Und zwar mit WIEH, einem Unternehmen der ehemaligen Gazprom-Tochter Sefe, die mittlerweile verstaatlicht wurde. Der Deal sieht vor, dass WIEH die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung im laufenden Geschäftsjahr übernimmt.

Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, kommentiert die gefundenen Lösungen so: „Insgesamt erwarten wir damit eine stabile Vermögens- und Finanzsituation der VNG und können den Blick wieder in die Zukunft richten. Es bleibt dabei unser Ziel, unserem Auftrag der Versorgungssicherheit in Deutschland weiterhin vollumfänglich gerecht zu werden.“

VNG ist drittgrößter deutscher Gasimporteur

Die Tochter des baden-württembergische Versorgers EnBW versorgt rund 400 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Gas und deckt als drittgrößter deutscher Gasimporteur und Speicherbetreiber rund ein Fünftel des bundesweiten Gasbedarfs ab.

Mit der Lösung dürften auch die Anteilseigner, insbesondere die ostdeutschen Kommunen, zufrieden sein. Im Raum stand, dass auf sie eine höhere Belastung zukommt. Konkrete Beträge waren nie genannt worden. Die Stadt Leipzig hält 7,46 Prozent Anteile an VNG. Sollte der mittlere dreistellige Millionenbetrag vom Bund nicht ausreichen, müsste die Messestadt in Höhe ihrer Anteilsquote für die darüber hinausgehenden Verluste von VNG einstehen.

Die Stadt Dresden hat 6,47 Prozent. Weitere Kommunen in Sachsen sind Hoyerswerda, Chemnitz und Annaberg-Buchholz. Größter Aktionär ist EnBW in Karlsruhe mit rund 74 Prozent der VNG-Anteile.

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