Nach Pleite der Mutter

Gebäudereiniger R+S meldet auch in Sachsen Insolvenz an

Auch in Sachsen sind die Gebäudereiniger von R+S unterwegs.

Auch in Sachsen sind die Gebäudereiniger von R+S unterwegs.

Leipzig/Hannover. Der Gebäudereiniger R+S zieht seine Leipziger Tochterfirma mit in die Insolvenz. Eine Woche nach der Mutterfirma in Hannover meldete nun auch die Tochter Deutsche R+S Dienstleistungen GmbH mit Sitz in der Messestadt Insolvenz an. Betroffen sind neben Leipzig auch die Standorte in Dresden, Riesa und Magdeburg – mit zusammen 324 Mitarbeitern.

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„Jetzt hat auch die Deutsche R+S Dienstleistungen GmbH mit ihren vier ostdeutschen Standorten Insolvenzantrag gestellt“, erklärte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters am Montag gegenüber der LVZ. Der Antrag sei am Freitag in Hannover gestellt worden.

Die Mitarbeiter erhalten nun wie bereits die Kollegen bei der Mutter drei Monate lang Insolvenzgeld von der Arbeitagentur. Dadurch könnten die noch ausstehenden März-Gehälter nun noch vor Ostern als Insolvenzgeld ausgezahlt werden, so die Sprecherin. „Um andere Finanzierungsvereinbarungen mit den Banken zu verhandeln, war die Zeit einfach zu knapp.“

Geschäftsbetrieb geht weiter

Der Mutterkonzern in Hannover hatte bereits vor einer Woche Antrag auf Insolvenz gestellt. "Wir werden den Geschäftsbetrieb nahtlos fortführen", hattet Justus von Buchwaldt dort unmittelbar nach seiner Ernennung zum Insolvenzverwalter angekündigt. Alle Verträge würden weiter erfüllt und auch neue Kunden angenommen.

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Zugleich hatte er sich zuversichtlich gezeigt, die Gruppe zu retten. „Das Unternehmen hat ein funktionierendes Geschäftsmodell, langfristige Dienstleistungsverträge und seit Jahrzehnten gepflegte Kontakte zu seinen Kunden.“ Zudem zeige sich die bisherige Geschäftsführung sehr kooperativ. „Das ist eine sehr gute Ausgangsbasis für die erfolgreiche Sanierung.“

Kreditlinie geplatzt

Grund für die Pleite der Mutter war das Platzen der bisher laufenden Bankkredite: Das Unternehmen habe die Bedingungen der Banken für die Verlängerung der bestehenden Kreditlinien nicht rechtzeitig erfüllen können, so der Insolvenzverwalter. Da die Leipziger Tochter nun für die Mutter mithafte, habe auch sie Antrag auf Insolvenz stellen müssen, sagte die Sprecherin. Für Leipzig wurde nun Sandra Weimann zur Insolvenzverwalterin ernannt. Wie es hier konkret weitergehe, lasse sich noch nicht sagen. „Das ist noch zu früh“, so die Sprecherin.

Die Leipziger Niederlassung war 1994 gegründet worden. In Hannover gibt es die Firma bereits seit 1912. Die geschäftsführende Hauptgesellschafterin Anna-Maria Fux hatte nach der Pleite dort an die Mitarbeiter appelliert, trotz der Insolvenz im Unternehmen zu bleiben. „Wir zahlen faire Löhne nach Tarif und haben ein entsprechend motiviertes Personal“, so Fux. „Wir setzen auf die Loyalität unserer Mitarbeiter, dann haben wir beste Chancen, gestärkt aus dieser Krise herauszukommen.“

Von Frank Johannsen

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