Stärkstes Wachstum in Leipzig

Erstmals mehr als 40.000 Beschäftigte in Sachsens Automobilbau

Karosserien des VW Golf 7 werden im Werk von Volkswagen Sachsen in Zwickau montiert. Aus dem Werk sollen bald nur noch Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb kommen.

Karosserien des VW Golf 7 werden im Werk von Volkswagen Sachsen in Zwickau montiert. Aus dem Werk sollen bald nur noch Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb kommen.

Leipzig. Sachsens Automobilbau wächst stärker als andere Branchen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter, die mit der Herstellung von Kraftwagen und Fahrzeugteilen beschäftigt sind, von 25. 021 auf 40. 281 erhöht. Die meisten sozialversicherungspflichtigen Jobs gibt es mit 16 .565 in Raum Zwickau. Leipzig landet mit 10 .281 auf Rang zwei, gefolgt vom Erzgebirgskreis (3075).

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Allerdings ist das Jobwachstum im Leipziger Raum in den letzten zehn Jahren dreimal so groß gewesen wie das in Zwickau. Das geht aus Zahlen der Landesarbeitsagentur auf eine LVZ-Anfrage hervor.

Noch nicht eingerechnet ist der Zuwachs an Beschäftigten durch die Werkserweiterung bei Porsche. Vor Kurzem hatte der Stuttgarter Autobauer bekanntgegeben, 600 Millionen Euro in Leipzig für die nächste Generation des Macan zu investieren und zudem die Achsproduktion nach Leipzig zu holen.

Sächsisches Wachstum fünf mal so hoch wie im Bundesdurchschnitt

Der Zuwachs im sächsischen Automobilbau liegt im Zehn-Jahres-Vergleich mit 61 Prozent über dem bundesweiten in der Branche von 15,7 Prozent. Im Vorjahr betrug das Wachstum 5,4 Prozent, das über alle Branchen in Sachsen hinweg 1,7 Prozent.

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„Die Automobilindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland und spielt auch in Sachsen eine herausgehobene Rolle“, sagt Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur in Sachsen. Im Ranking der Branchen landet der Autobau im Freistaat auf Rang 13. Die meisten Beschäftigten gibt es im Gesundheitswesen, im Einzelhandel, in der öffentlichen Verwaltung und im Bauwesen.

Allerdings sind die Beschäftigungseffekte im Autobau besonders groß. So zieht ein Mitarbeiter in der Autoindustrie nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung 1,4 Arbeitsplätze nach sich, unter anderem in Stahlwerken, in der Chemie und der Textilindustrie.

Jobs in der Autoindustrie seien nicht zuletzt wegen der guten Verdienstmöglichkeiten begehrt, sagt Hansen. So liegt das mittlere Einkommen im Automobilbau bei 3951 Euro und damit um 1472 Euro über dem sächsischen Gesamtmedian (2479 Euro). Der Median ist nicht der Durchschnittslohn, sondern definiert das mittlere Einkommen – 50 Prozent der Beschäftigten verdienen mehr, die anderen 50 Prozent weniger als den Medianlohn.

Gesunkener Absatz nach China, Unsicherheiten wegen Brexit

Ob der Beschäftigungsaufbau auch in Zukunft so weitergeht, hänge von vielen Faktoren ab, sagt Hansen. Die Rahmenbedingungen hätten sich spürbar geändert.

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Er verweist auf den gesunkenen Absatz nach China, Unsicherheiten wegen des Brexits, aber auch auf verschärfte Abgasregelungen und nicht zuletzt nennt er die Umstellung auf Elektroantriebe. Da für Elektromotoren weit weniger Komponenten gebraucht werden, wird mit einem Jobverlust gerechnet.

Zugleich gibt es Studien, die besagen, dass in zehn Jahren jedes vierte in Deutschland produzierte vollelektrische Fahrzeug aus Sachsen kommt.

„Mit neuen Technologien verändern sich auch die Arbeitsinhalte"

„Mit neuen Technologien verändern sich auch die Arbeitsinhalte der Zukunft“, sagt Hans-Peter Kemser, Chef des Leipziger BMW-Werks und Vorsitzender des in der Messestadt ansässigen Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD). Darauf wolle man vorbereitet sein.

Das Ost-Autocluster, dem Fahrzeugproduzenten, Zulieferer und Dienstleister, Forschungsinstitute, Verbände sowie andere branchennahe Institutionen angehören, arbeite deshalb eng mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen – insbesondere bei der Weiterbildung der Beschäftigten. Aber auch bei der Suche nach neuen Fachkräften gebe es Kooperationen.

Von Andreas Dunte

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