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Ehemaliger Ministerpräsident

„Ein großer Sachse ist von uns gegangen“ – Reaktionen auf den Tod von Kurt Biedenkopf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) gratulierte Kurt Biedenkopf (M), dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen, neben Michael Kretschmer (alle CDU), im Januar 2020 zum 90. Geburtstag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) gratulierte Kurt Biedenkopf (M), dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen, neben Michael Kretschmer (alle CDU), im Januar 2020 zum 90. Geburtstag.

Leipzig. Die Anteilnahme und Trauer sind über die Grenzen Sachsens hinaus groß: Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter blicken nach dem Tod von Kurt Biedenkopf auf dessen Wirken zurück und würdigen seine Arbeit.

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete ihn als einen "großen Sachsen". "Als Ministerpräsident hat er von 1990 bis 2002 das Fundament für eine erfolgreiche Entwicklung unserer Heimat gelegt – stark in Deutschland, geachtet in der Welt, bereit für die Zukunft."

Biedenkopf sei der mit Abstand beliebteste Politiker des neuen Freistaates gewesen. „Mit großer Dankbarkeit sehen wir auf das Lebenswerk einer der großen deutschen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“, so Kretschmer.

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„Leipzig verdankt Biedenkopf sehr viel“

"Die Stadt Leipzig verdankt Kurt Biedenkopf sehr viel – nach 1990 brachte er viele notwendige Investitionen und wegweisende Projekte auf den richtigen Weg", betonte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Große strukturelle Probleme hätten auch durch Biedenkopfs "hohe Wirtschaftskompetenz und sein kluges, politisches Agieren" erfolgreiche und nachhaltige Lösungen gefunden.

Auch sein Engagement an der Universität Leipzig sei „immer streitbar und stringent, charismatisch und wissenschaftlich fundiert“ gewesen. „Mir persönlich war er stets verbunden; ich danke ihm sehr für seinen Rat“, betonte Jung.

Er war „ein starker Diskussionspartner“

Laut Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) ist mit Biedenkopf "ein großer Mensch und prägender Politiker gestorben". Landtagspräsident Matthias Rößler bezeichnete seinen ehemaligen Weggefährten als Sachsens bedeutendste politische Persönlichkeit nach 1990. "Kurt Biedenkopf gab den Menschen Orientierung, stärkte die sächsische Identität und ermutigte zu einem neuen Selbstbewusstsein", so Rößler.

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Auch Sachsens Grüne sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. "Mit ihm verliert Sachsen eine zentrale politische Persönlichkeit", schrieb die Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert auf Twitter. Wolfram Günther sprach von Biedenkopf als eine der prägendsten Persönlichkeiten Sachsens. "Er hat entscheidende Weichen im wiedergegründeten, demokratischen Freistaat gestellt und war ein starker Diskussionspartner", so der Umweltminister und Vize-Ministerpräsident Sachsens.

Bundesweite Anteilnahme

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erinnerte an die Aufbauleistung des früheren sächsischen Ministerpräsidenten. "Es ist ein Glück, dass er sich 1990 für den Freistaat Sachsen in die Verantwortung nehmen ließ", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in der Bundespressekonferenz. Biedenkopf sei ein "herausragender politischer Kopf, ein Intellektueller und ein politischer Macher" gewesen. Die Kanzlerin bleibe ihm "dankbar für viele Begegnungen und Gespräche".

Kurt Biedenkopf, damals noch sächsischer Ministerpräsident, erhielt 1999 in Berlin Blumen und Glückwünsche von der damaligen CDU-Generalsekretärin Angela Merkel (links).

Kurt Biedenkopf, damals noch sächsischer Ministerpräsident, erhielt 1999 in Berlin Blumen und Glückwünsche von der damaligen CDU-Generalsekretärin Angela Merkel (links).

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte die großen Verdienste um das Zusammenwachsen von Ost und West. "Ihr Mann war eine wichtige Integrationsfigur, ein Symbol der inneren Einheit", heißt es in einem Kondolenzschreiben an die Witwe Ingrid Biedenkopf vom Freitag. "Als Modernisierer hat er die Volkspartei CDU und die Reformfähigkeit Deutschlands gestärkt."

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"Er war ein Ausnahmepolitiker, ein Staatsmann und ein Landesvater im besten Sinne", sagte Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Biedenkopf sei als erster Ministerpräsident Sachsens ein "Motor der deutschen Einheit" gewesen. Er habe das Land zu einer blühenden Landschaft und zu einem Hightech-Standort gemacht.

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) schrieb auf Twitter, Biedenkopf habe als Ministerpräsident Sachsens die wichtigsten Jahre nach der Wiedervereinigung gestaltet. "Seine Weitsicht wird fehlen." Olaf Scholz (SPD) twitterte, das Land verliere "eine wichtige politische Stimme, einen streitbaren Demokraten und klugen Kopf. Nach der Wiedervereinigung prägte er als Landesvater Sachsen wie kein zweiter."

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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lobte Biedenkopf auf Twitter unter anderem für seine klare Abgrenzung zur AfD und dankte ihm für vielfältige Gespräche. "Kurt Biedenkopf war eine außergewöhnliche Person. Prägend in Ost&West", schrieb Ramelow.

FDP-Bundeschef Christian Lindner sprach von Biedenkopf als "Vordenker und Visionär" über Parteigrenzen hinweg. Er sei ein unabhängiger Charakterkopf gewesen, so Lindner. Auch die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Alice Weidel sprach Angehörigen und Freunden ihr Beileid aus. "Mit Kurt Biedenkopf ist einer der letzten Charakterköpfe der Politik von uns gegangen", schrieb sie auf Twitter.

Von LVZ/jhz

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