Stimmungstest

DNN-Umfrage: Kretschmer und Dulig sind Sympathieträger in Sachsen

Michael Kretschmer (CDU), Martin Dulig (SPD), Katja Meier (Grüne), Rico Gebhardt (Linke) und Jörg Urban (AfD) treten für ihre Parteien als Spitzenkandidaten zur Landtagswahl an. (Archivfoto)

Michael Kretschmer (CDU), Martin Dulig (SPD), Katja Meier (Grüne), Rico Gebhardt (Linke) und Jörg Urban (AfD) treten für ihre Parteien als Spitzenkandidaten zur Landtagswahl an. (Archivfoto)

Leipzig. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kommt bei den Sachsen unter allen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am besten an. Der CDU-Politiker erreicht in der neuen LDNN-Umfrage im Durchschnitt eine 2,6. Als Grundlage diente eine Skala von 1 (sehr sympathisch) bis 6 (sehr unsympathisch). Jeder zweite Befragte hält den seit Ende 2017 regierenden Kretschmer mindestens für „sympathisch“, insgesamt 6 Prozent stellen ihm die schlechtesten Noten aus.

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SPD-Chef Dulig liegt deutlich über Umfragewerten seiner Partei

Doch Kretschmer hat nur denkbar knapp die Nase vorn: Vize-Regierungschef Martin Dulig (SPD) folgt mit einem Durchschnittswert von 2,9, insgesamt 34 Prozent Sympathie und 9 Prozent Ablehnung – damit liegt Dulig deutlich über den Umfragewerten seiner Partei, die aktuell bei 11 Prozent in Sachsen steht. Während Rico Gebhardt (Linke), Katja Meier (Grüne), Holger Zastrow (FDP) und Steffen Große (Freie Wähler) im Mittelfeld eng beieinander liegen, sind Jörg Urban (AfD), Frauke Petry (Die Blauen) und André Poggenburg (AdP) die Sympathie-Verlierer.

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Wahlkampf wird zunehmend personalisiert

Das ergab eine Umfrage der Dresdner Neuesten Nachrichten, für die vom 4. bis zum 13. März 703 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus ganz Sachsen befragt wurden. Erhoben wurden die Daten durch die Leipziger IM Field GmbH in Kooperation mit der Forschungsberatung Dr. Andreas Czaplicki. „Kretschmer und Dulig erhalten die höchsten Sympathiewerte – das liegt daran, dass beide auch über die eigenen Parteigrenzen hinweg positiv wahrgenommen werden. Bei den anderen Kandidaten gibt es kaum Zuspruch außerhalb des eigenen Lagers“, erklärt der Sozialwissenschaftler und Medienforscher Czaplicki. Gerade in einem emotionalen, zunehmend personalisierten Wahlkampf komme es immer mehr darauf an, wie die einzelnen Spitzenkandidaten bei den Wählern punkten können.

Kretschmer punktet auch bei SPD- und AfD-Anhängern

Auch im Detail hat die DNN-Umfrage einige überraschende Werte ergeben. So liegt Kretschmer beispielsweise unter SPD-Anhängern nahezu gleichauf mit Dulig und wird selbst von potenziellen AfD-Wählern durchaus positiv gesehen: Im Vergleich liegt der CDU-Regierungschef hier nur unwesentlich hinter Urban. Naturgemäß liegen zwar die Spitzenkandidaten bei ihrer jeweiligen Klientel vorn, doch es fällt auf, dass sowohl Kretschmer als auch Dulig sogar bei Linke-Sympathisanten durchaus gut ankommen. Aber es gibt auch beim Zuspruch unter den eigenen Leuten Unterschiede: So weist AfD-Chef Urban im Vergleich der Spitzenkandidaten mit 2,7 den schlechtesten Wert von allen auf.

Grüne-Spitzenkandidatin Meier kommt bei Jugend auf Platz 1

Neben den Parteipräferenzen und einer besonders stark ausgeprägten Zustimmung oder Aversion lassen sich aus der DNN-Umfrage weitere interessante Werte ablesen. Dabei fällt beispielsweise auf, dass die Grüne-Spitzenfrau Meier bei Wählern zwischen 18 und 29 Jahren vor allen anderen liegt – und das, obwohl sie noch relativ unbekannt in Sachsen ist. „Es geht wohl nicht in erster Linie um ihre Person, sondern um ihre Partei“, erklärt Meinungsforscher Czaplicki. Dagegen liegt Ex-AfD-Chefin Petry, die inzwischen die Blaue Partei anführt, in dieser Altersgruppe mit Abstand hinten.

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Kleinere Parteien haben Nachholebedarf bei der Bekanntheit

Und während Gebhardt (Linke) und Zastrow (FDP) über alle Jahrgänge und Bildungsgrade relativ konstant bewertet werden, gilt sowohl für Kretschmer als auch für Dulig: Je älter die Befragten werden, desto positiver sehen sie die beiden. Czaplicki spricht in diesem Zusammenhang von „Schwiegermuttertypen“. Insgesamt gilt außerdem: Gerade die kleineren Parteien müssen sich Gedanken machen, wie sie ihre Spitzenleute bekannter machen, das gilt insbesondere für die Freien Wähler, aber auch für die Grünen.

Von Andreas Debski

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