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Coronakrise

Clubs in Sachsen kämpfen mit Spenden und Streams ums Überleben

Ehe in sächsischen Clubs wieder Menschen unter glitzernden Diskokugeln tanzen können, wird wohl noch geraume Zeit vergehen (Symbolbild).

Ehe in sächsischen Clubs wieder Menschen unter glitzernden Diskokugeln tanzen können, wird wohl noch geraume Zeit vergehen (Symbolbild).

Leipzig/Dresden.Clubs in Leipzig und Dresden haben in der Corona-Krise nach eigenen Angaben Zehntausende Euro Spenden gesammelt. 54 000 Euro Spenden seien mit Crowdfunding und direkten Spenden für Clubs in Dresden vom 15. März bis Mitte April gesammelt worden, sagte Felix Buchta vom Klubnetz Dresden. Die Gelder seien zwar ein „solidarisches Signal“, jedoch nicht ausreichend, um den 13 Spielstätten, die sich zum Klubnetz Dresden zusammengeschlossen haben, das Überleben zu sichern. Ohne Zuwendungen von Bund, Land und Stadt werde es auf Dauer nicht möglich sein, Insolvenzen abzuwenden, so Buchta. Die größte Belastung für die Kulturbetriebe seien demnach die Mietkosten, die auch bezahlt werden müssen, wenn niemand im Club tanzt.

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Größtes Problem: Mietkosten

Jörg Kosinski vom Livekommbinat Leipzig schätzt, dass Soforthilfen in Höhe von etwa 400 000 Euro notwendig seien, um sicherzustellen, dass die zehn Clubs, die sich zum Livekommbinat zusammengeschlossen haben, das laufende Jahr überstünden. Kosinski vermisst die Unterstützung der Kommune. „Die viel gerühmte Vielfalt der Szene, die gerne als Standortfaktor der Stadt Leipzig von Politik genannt wird, wird aufs Spiel gesetzt, wenn keine Soforthilfe kommt“, sagte er.

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Soli-Tickets für Leipziger Clubs

Auch das Livekommbinat nahm das Schicksal der Spielstätten nach der verordneten Schließung kurzerhand selbst in die Hand und verkauft sogenannte Club-Solitickets. Spender, welche die Leipziger Clublandschaft mit 25 Euro unterstützen, sollen nach der Krise kostenlosen Eintritt in einen der Clubs bekommen. Nach Angabe von Kosinski wurden bis Mitte April knapp 4300 Tickets verkauft. Insgesamt seien dadurch etwa 86 000 Euro Spenden gesammelt worden.

Damit sich die Clubliebhaber nicht an „kulturelle Abstinenz“ gewöhnen, organisieren die Clubs in Leipzig und Dresden Streaming-Angebote fürs heimische Wohnzimmer. So wollen sie „für alle sicht- und hörbar zeigen, was Club- und Livemusik-Kultur bedeutet“, so Kosinski. Die Streams auf der Internetseite Leipstream sowie bei der ersten United-We-Stream-Aktion aus Leipzig seien gut angenommen worden. Viele Zuhörer, die in den eigenen vier Wänden zum Beat wippten, spendeten laut Kosinski für die Szene.

Auch die Dresdner Clubs sind keineswegs still in der Corona-Krise: Seit dem 15. März sendet das Klubnetz beinahe täglich Streams von lokalen DJs, die Musik von Punk bis Techno auflegen. Ab kommender Woche soll das Angebot ein noch breiteres Kulturangebot – mit Konzerten und Tanz – umfassen, wie Buchta sagte.

Weitere Informationen:

Von dpa

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