Beton kann aufbrechen

Brütende Hitze: Tempolimits auf A9 und A38 – Waldbrandstufe 5

Aufgrund der Hitze 2015 brach auf einer Autobahn in Baden-Württemberg die Fahrbahn auf.

Aufgrund der Hitze 2015 brach auf einer Autobahn in Baden-Württemberg die Fahrbahn auf.

Leipzig/Halle. Mitteldeutschland ächzt unter einer trockenen Extremhitze. Die Meteorologen erwarten am Dienstag Temperaturen bis zu 36 Grad, am Mittwoch sollen es 37 Grad werden. Die brennende Sonnen hat dabei auch Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr. Auf den Autobahnen haben Behörden vorsorglich Tempolimits angeordnet, um den Asphalt nicht noch zusätzlich zu belasten. In den Wäldern der Region wurde die höchste Waldbrandstufe ausgerufen.

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Auf mehreren geschädigten Abschnitten der Autobahnen 9 und 38 gelten bis auf Weiteres Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie der Chef der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer, sagte. Das seien Vorsichtsmaßnahmen. Hintergrund ist, dass dort die geschädigten Betondecken bei den anhaltend hohen Temperaturen abrupt aufbrechen und sich anheben könnten.

Tempolimits auf der A9 und A38

Betroffen ist etwa die A9 zwischen dem Schkeuditzer Kreuz und Halle. Dort gilt Tempo 120. Ein Limit von 100 Kilometern pro Stunde wurde für die A9 in Richtung München zwischen Naumburg und Droyßig sowie rund um Weißenfels festgelegt. Auf der A38 müssen Autofahrer in beiden Richtungen zwischen Merseburg-Süd und Merseburg-Nord langsamer fahren sowie in Richtung Leipzig zwischen Lützen und der Grenze zu Sachsen.

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Im Sommer 2015 hatte die Hitze die A9 bei Bad Dürrenberg aufgewölbt. Der Abschnitt wurde gesperrt und wochenlang repariert. Besonders gefährdet sind Betondecken, die schon Schäden haben, etwa den berüchtigten Betonkrebs. In Sachsen-Anhalt herrschen seit Tagen sommerliche Temperaturen, für die laufende Woche rechnen Meteorologen damit, dass die 30-Grad-Marke verbreitet deutlich überschritten wird.

Waldbrandstufe 5 ausgerufen

Hitze und Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr in Sachsen in den kommenden Tagen steigen. Während am Montag lediglich für den Norden des Landkreises Bautzen an der Grenze zu Brandenburg die höchste Waldbrandstufe 5 galt, wird sich die Situation bis zum Mittwoch noch verschärfen.

Laut einer Prognose des Staatsbetriebs Sachsenforst in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wird die Stufe 5 („sehr hohe Gefahr“) in der Wochenmitte großflächig in den Kreisen Nordsachsen, Leipzig, Meißen Bautzen und Görlitz sowie in Dresden erreicht. Bis auf einige Regionen im Vogtland und im Erzgebirge soll dann im ganzen Land mindestens Waldbrandstufe 4 herrschen.

Verantwortlich ist das heiße und trockene Wetter, das laut Deutschem Wetterdienst bis zum Wochenende anhalten soll. Regen ist vorerst nicht in Sicht.

Im vergangenen Jahr hat es in Sachsen insgesamt 200 Waldbrände gegeben und damit fünfmal so viele wie 2017. Laut der Waldbrandstatistik von Sachsenforst hat es auf 240 Hektar gebrannt. Davon waren etwa 126 Hektar Nadelwald und 112 Hektar Laubwald betroffen. Durch die Brände wurden den Angaben zufolge 2370 Kubikmeter Holz mit einem Wert von fast 370 000 Euro vernichtet.

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Bei 14 Feuern auf einer Fläche von 218 Hektar war Brandstiftung die Ursache. Häufigster Grund war mit 120 Fällen Fahrlässigkeit unter anderem durch Holzernte, Waldbesucher oder das Militär.

Von Franziska Hoehnl / Martin Kloth

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