Lena Odenthal ermittelt

Ludwigshafener „Tatort“: der tragische Tod des achtjährigen Marlon

Traut sich der Schüler Pit (Finn Lehmann), Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) von seinem Streit mit Marlon zu erzählen?

Traut sich der Schüler Pit (Finn Lehmann), Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) von seinem Streit mit Marlon zu erzählen?

Achtung, Schreialarm! Und zwar so heftig, dass einem vorm sicheren Bildschirm gleich mehrfach die Fernbedienung aus der Hand zu fallen droht. Ruhig einschlummern kann man also beim neuen Ludwigshafener „Tatort: Marlon“ (Sonntag, 8. Mai, 20.20 Uhr, ARD) nicht, obwohl der Film so schleppend langsam daherkommt und zwischendurch den Zuschauerinnen und Zuschauern ständig auf Autofahrten der beiden Kommissarinnen noch einmal erklärt wird, was gerade geschehen ist. Das ist zwar ein leider beliebtes Stilmittel vieler „Tatorte“, aber in dieser Häufung richtig ärgerlich – oder einschläfernd. Aber Schlafen kann man ja leider wegen der Schreie nicht.

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Dabei ist die eigentliche Geschichte durchaus interessant. Sie spielt fast ausschließlich an einer Grundschule, an der ein junger Systemsprenger Mitschülerinnen und Mitschüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern mit seinem extremen Verhalten zur Verzweiflung bringt. Marlon heißt der Junge. Er neigt zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen und eben Schreianfällen, die sich gegen jede und jeden richten. Er stört so den Schulfrieden und fast alle wollen ihn am liebsten loswerden. Mit Ausnahme seines Freundes Pit und der kleinen Kratzbürste Madita sowie dem netten Sozialarbeiter Anton Leu (Ludwig Trepte). Und dann, am Tag des Schulfestes, liegt Marlon tot im Treppenhaus, vermutlich ist er gestoßen worden und dann gestürzt. Ein Fall für Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter).

Der Film schleppt sich mühsam dahin

Als sie mit ihren Untersuchungen beginnen, spüren sie die Erleichterung an der Schule über den Tod des Störenfrieds. Von Trauer kann jedenfalls nicht die Rede sein. Selbst Marlons Eltern (Julika Eichel und Markus Lerch) nehmen den Tod ihres Sohnes eher gelassen zur Kenntnis. Was schon recht seltsam wirkt, da beide keineswegs einen irgendwie gestörten Eindruck machen, sondern ganz normale bürgerliche Leute sind. Außerdem fragt man sich, ob nicht bei dem Tod eines Schülers die Schule doch trauern und nicht einfach zur Tagesordnung übergehen würde.

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Und dann beginnt mal wieder die übliche Routinearbeit samt Autofahrten, der Film schleppt sich mühsam dahin. Und besonders bizarr ist eine Szene, in der die Kommissarinnen den Treppensturz nachstellen. Als ob der oder die Zuschauende sich den nicht selbst vorstellen könnte. Offenbar halten die Regisseurin Isabel Braak und ihre Autorin Karlotta Ehrenberg die Zuschauerinnen und Zuschauer für ziemlich begriffsstutzig. Aber nicht nur das ist ärgerlich, ja nervig, sondern auch die Engelsgeduld, mit der die Kommissarinnen auf schwerste Beleidigungen und auch körperliche Attacken von Schülerinnen und Schülern reagieren. Anstatt also den kleinen Nervensägen die Grenzen aufzuzeigen, nehmen sie einfach alles hin – besonders Lena Odenthal, die bei Erwachsenen ganz anders, ja sogar aggressiv reagiert.

Die Tätersuche sorgt für ein wenig Spannung

Als Zuschauer oder Zuschauerin würde man am liebsten das Drama und die ständige Schreierei mit der Fernbedienung beenden. So komisch, so seltsam agieren fast alle in dem Film: Die Eltern des Toten und auch die Eltern anderer Kinder, die auf einem Elternabend nach dem Todessturz unberührt zur Tagesordnung übergehen. Selbst der nette Sozialarbeiter Anton, der vorschlägt, eine Abschiedsparty für Marlon zu veranstalten.

Und wer hat nun Marlon die Treppe hinuntergeschubst? Das zumindest bleibt lange offen, sorgt für ein wenig Spannung, obwohl eingefleischte Krimiexpertinnen und -experten den Täter oder die Täterin schnell erraten werden. Es ist aber diesmal nicht der Gärtner oder der Hausmeister. Das sei schon mal verraten.

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