„Schmutzige Tricks“

Russischer Telefonscherz: Komiker kontaktiert britischen Minister unter falschem Namen

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace ist von einem russischen Telefonstreich hereingelegt worden. (Archivbild)

London. Ein Kreml-naher russischer Komiker hat sich zum wiederholten Mal erfolgreich unter falschem Namen zum Telefonat mit britischen Ministern durchstellen lassen. Ein Clip, der in der Nacht zum Dienstag auf Youtube hochgeladen wurde, zeigt den britischen Verteidigungsminister Ben Wallace im Video-Gespräch mit einem Anrufer, der sich als ukrainischer Premierminister Denys Schmyhal ausgibt. Wallace hatte den Vorfall bereits in der vergangenen Woche öffentlich und indirekt die Regierung in Moskau dafür verantwortlich gemacht. Er bezichtigte sie, sich „schmutziger Tricks“ zu bedienen.

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Russischer Komiker bittet um nukleare Unterstützung

In dem Video ist zu hören, wie der Anrufer um Unterstützung für ein angebliches nukleares Programm bittet, „um uns vor Russland zu schützen“, wie er sagt. Wallace nickt erst, zeigt sich dann aber von der Anfrage irritiert, äußert Bedenken und verweist auf die allgemeine Unterstützung seiner Regierung für Kiew. Das ungefähr einminütige Video ist deutlich geschnitten. Die BBC berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, es sei manipuliert worden.

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„Die Dinge müssen so schlecht laufen für den Kreml, dass sie jetzt sogar zu Streichen und gefälschten Videos greifen“, twitterte Wallace nach Veröffentlichung. Neben dem Verteidigungsminister waren auch Innenministerin Priti Patel und Kulturministerin Nadine Dorries von den Anrufern ins Visier genommen worden, sagte ein Regierungssprecher in London in der vergangenen Woche.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Wowan and Lexus britische Regierungsmitglieder unter falschem Namen anrufen. Premierminister Boris Johnson telefonierte im Jahr 2018 - damals noch Außenminister - 18 Minuten lang mit einem angeblichen Regierungschef Armeniens. Auch dahinter steckten die russischen Komiker. Eine ministerienübergreifende Untersuchung soll nun klären, weshalb die falschen Anrufer nicht früher entlarvt wurden.

RND/dpa

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