„Grey's Anatomy“-Star im Interview

Patrick Dempsey über Krieg gegen Ukraine: „Zeigt auch, wie zerbrechlich die Demokratie ist“

„Am Anfang habe ich die Krise unterschätzt“: Patrick Dempsey lebt seit zehn Wochen mit seiner Familie in Malibu und hat das Interview per Videochat geführt.

Patrick Dempsey sorgt sich wegen des Krieges.

Die zweite Staffel der Serie „Devils“ handelt von einem Finanzkrieg, eine Menge echter Nachrichten sind in der Serie verarbeitet. Sie wurde vor dem Krieg gegen die Ukraine gedreht. Macht das die Serie jetzt noch relevanter, weil das zusammenkommt?

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Ja, ich denke schon. Finanzen spielen auch im Krieg gegen die Ukraine eine große Rolle. Das Timing ist ziemlich surreal.

Wie besorgt sind Sie über die aktuelle Situation in der Ukraine?

Sie sind gerade in Deutschland, oder? Es beeinflusst Sie also zutiefst. Es wirkt sich auf die Arbeitsplätze der Menschen aus. Es gibt die Energiekrise mit dem Kraftstoff und die Abhängigkeit davon. Es ist wirklich tragisch für die ganze Welt. Es zeigt auch, wie zerbrechlich die Demokratie ist. Die Ukrainer setzen ihr Leben aufs Spiel, opfern ihre Familien für die Demokratie. Wir müssen sie unterstützen. Wir müssen einen möglichst friedlichen Weg finden. Es ist eine humanitäre Krise, die die ganze Welt betrifft. Ich blicke auch auf die Machtverschiebung. Ich habe das nie realisiert, bis vor fünf oder sechs Jahren. Was mit Amerika passiert ist, mit der Wahl von Trump, der Manipulation von Menschen durch soziale Medien und Technologie, ist wirklich ziemlich beängstigend.

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Ja, die Serie spielt in 2020, und Sie deuten es schon an: Auch abseits des Krieges ist seitdem viel passiert.

Ja, und wir wissen nicht, gibt es einen nuklearen Angriff, einen Cyberangriff, einen Cyberkrieg? Wir sind so abhängig von unserer Technologie. Schauen Sie uns jetzt an. Wir kommunizieren auf Zoom. Wer schaut sich das noch an? Welche anderen Daten und Informationen erhalten sie? Wenn das abgeschaltet wird, könnte es die ganze Welt lahmlegen. Es ist wirklich beängstigend.

In der Serie geht es viel um Finanzen und auch Kryptowährungen. Haben Sie sich durch die Serie nun auch privat mehr damit beschäftigt?

Ich spiele nicht auf dem Markt mit. Ich habe keine Bitcoins. Aber ich beobachte es und versuche, ein Gefühl dafür zu bekommen, was vor sich geht. Ich versuche, auf dem Laufenden zu bleiben, was passiert, und checke die Fakten.

Ihr Charakter Dominic Morgan ist der Mentor von Massimo Ruggero (Alessandro Borghi). Hatten Sie als junger Schauspieler auch einen Mentor?

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Nein, ich wollte immer einen Mentor, aber habe nie einen gefunden. Ich war immer ein bisschen enttäuscht davon. Aber ich muss sagen: Gene Wilder war einer der nettesten Schauspieler, denen ich je vorgestellt wurde. Er bemerkte mich, er sprach mit mir und war sehr freundlich. Ich habe es nie vergessen. Wenn Leute auf mich zukommen, versuche ich, auch so zu sein. Du musst am Anfang aber auch dein eigener Mentor werden.

Waren Sie denn selbst mal eine Art Mentor für jüngere Schauspieler?

Ja, ich denke schon. Ich versuche, Menschen, die nicht so viel Erfahrung haben, so zu behandeln, wie ich gern behandelt worden wäre. Ich habe früher einige Schauspieler getroffen, die wirklich nett waren, und einige von ihnen waren nicht so nett und egoistisch. Ich denke, in der Welt, in der wir leben, brauchen wir mehr Mitgefühl. Das muss man üben. Je öfter man es übt, desto einfacher wird es. Und die Leute reagieren darauf. Wenn man mit seiner Energie aggressiv oder toxisch ist, erzeugt man nur mehr davon. Behandle Menschen so, wie du behandelt werden möchtest. Das ist einfach besser.

Eine letzte Frage: Obwohl Sie viele andere Sachen gemacht haben, darunter auch „Devils“, sehen viele in Ihnen immer noch den „Grey’s Anatomy“-Arzt McDreamy. Stört Sie das oder sehen Sie es eher als Türöffner für Ihre Karriere?

Für die Rolle als McDreamy bin ich wirklich dankbar, weil ich jetzt eine weltweite Sichtbarkeit habe und anerkannt werde. Das Beste, was dabei herausgekommen ist, war die Möglichkeit, das Dempsey-Zentrum zu gründen, in dem wir Menschen unterstützen, die von Krebs betroffen sind. Ich habe auch das Gefühl, dass viele junge Menschen durch „Grey‘s Anatomy“ inspiriert wurden, in den medizinischen Beruf einzusteigen. Das ist wirklich positiv.

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