Netflix plant türkische Superhelden-Serie

Spielt die geplante Netflix-Serie auf Erdogan an?

Spielt die geplante Netflix-Serie auf Erdogan an?

Berlin. Der Streamingdienst Netflix strebt nach dem globalen Eroberungsfeldzug jetzt die regionale Heimatbildung an. Gerard Dépardieu zeigte in der Serie „Marseille“ als drogenabhängiger Lokalpolitiker die Fallstricke des französischen Politiksystems auf, in „Narcos“ wird die Geschichte des kolumbianischen Drogenbosses Pablo Escobar in einem Mix aus Englisch und Spanisch erzählt, und die Produktion „The Crown“ über Königin Elizabeth II. verrät viel über die Royalistenliebe der Briten.

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Im Winter wird es in der Thrillerserie „Dark“ um die Abgründe deutscher Kleinstädte und den Horror der Heimatliebe gehen.

Jetzt hat Netflix auch die erste türkische Serie angekündigt, eine Mischung aus Abenteuer und Action. Die Drehbuchschreiber ließen sich von osmanischen und türkischen Legenden inspirieren. Der Titel der Serie, die 2018 ausgestrahlt werden soll, ist noch nicht bekannt. Die zehn Folgen sollen komplett in der Türkei geschrieben und produziert werden. Die Serie erzählt der Mitteilung zufolge „von einem jungen Mann, der mit übernatürlichen Kräften gesegnet ist“. Ist dies eine Anspielung auf das Selbstbild des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan?

In der Mitteilung heißt es weiter: „Als dunkle Mächte einen Angriff auf Istanbul planen, tritt der Held gemeinsam mit einer Gruppe wagemutiger Verbündeter gegen diese an, um seine Heimatstadt und die gesamte Menschheit zu retten.“ Wer möchte, kann darin sowohl einen Verweis auf die Bedrohung durch terroristische Anschläge sehen als auch eine Kritik an Erdogans Taktik, den geplatzten Putschversuch 2016 als Vorwand zu nehmen, um seine Machtansprüche auszuweiten, Freiheit zu begrenzen und mit der verhassten Gülen-Bewegung abzurechnen. Eine Superheldensaga als verkapptes politisches Statement? Vielleicht lässt Erdogan dann ja künftig Netflix statt Twitter verbieten.

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Einen Trailer gibt es noch nicht, aber von der deutschen Produktion „Dark“, die im Winter starten soll:

Von Nina May/RND

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