Joko und Klaas: „Es ist nicht die Zeit, nicht politisch zu sein“

Die Entertainer Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf.

Die Entertainer Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf.

Die Zähne mit Edding bemalen oder den größten Haschkeks der Welt aufessen - das Entertainerduo Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ist für bizarre Aktionen bekannt. „Allerdings wirkt eine Fröhlichkeit, wie wir sie verbreiten, besonders exzessiv in diesen besonders unfröhlichen Zeiten“, sagte Heufer-Umlauf jetzt im „Spiegel“-Interview mit Blick auf die Corona-Pandemie. In ihrer Sendung „Das Duell um die Welt“ würden sie es etwa als ihre Aufgabe verstehen, durch spektakuläre Stunts und Trips in entlegene Teile der Welt für eine Art „Erlebnisersatz“ zu sorgen. Das sei „natürlich in Zeiten von Corona noch relevanter geworden“.

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Dass sie aber auch ganz anders können, zeigt das Duo in ihrem Format „15 Minuten live“, in dem sie regelmäßig eine Viertelstunde Sendezeit bei Pro Sieben zur freien Verfügung haben. Der erste Impuls sei gewesen, „die geilste Zeitverschwendung“ zu veranstalten, so Winterscheidt. „Aber dann schoben sich da all diese dringlichen Themen vor.“ So berichteten die Entertainer bereits über das Leid im Flüchtlingslager in Moria oder zuletzt über die Corona-Impfungen. Die Hoffnung sei, eine Zielgruppe zu erreichen, die sich sonst mit politisch relevanten Themen kaum beschäftigt. „Es ist nicht die Zeit, nicht politisch zu sein“, sagte Winterscheidt.

„Die Idee war immer Mainstream“

Angst, ihren Status als coole Unterhalter zu verlieren, hätten sie jedoch nicht. „Establishment sind wir doch schon längst. Wir wollten nie was anderes sein. Die Idee war immer Mainstream“, sagte Heufer-Umlauf. Es gehen ihnen in ihren Videos auch nicht um Parteipolitik, sondern vielmehr darum, Aufmerksamkeit zu wecken und die Menschen zu erreichen. Auch als Aktivismus wollen die Entertainer ihre Aktionen nicht verstanden wissen: „Wir sagen ja außer beim Impfen nicht, was die Leute tun sollen. Wir fordern sie auf, darüber nachzudenken, in welcher Welt sie leben wollen. Europa-Hoodies zu tragen ist das eine, aber wirklich zu wissen, für welche Werte Europa wieder stehen sollte und dafür zu kämpfen, ist etwas anderes. Unsere Generation muss das erst lernen“, so Heufer-Umlauf.

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Ihre Zukunft sehen Winterscheidt und Heufer-Umlauf weiter bei Pro Sieben: Momentan verhandeln sie mit dem Münchner Sender über neue Verträge, einen Abgang zur Konkurrenz, etwa zum Kölner Sender RTL, schließen sie im Augenblick aus. „Es war schwierig genug, in München eine Wohnung zu finden. Und ich habe gehört, der Kölner Wohnungsmarkt ist nicht besser“, sagte Winterscheidt dem „Spiegel“.

RND/ceh

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