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Radebeul

Waldpark oder Kita-Anbau?

Die Kindertagesstätte „Thomas Müntzer“ in Radebeul liegt idyllisch in einem großen Parkareal an der Meißner Straße.

Die Kindertagesstätte „Thomas Müntzer“ in Radebeul liegt idyllisch in einem großen Parkareal an der Meißner Straße.

Radebeul.Nachdem vor rund einem Monat der Radebeuler Stadtrat die Entscheidung über eine Vergrößerung der Kita „Thomas Müntzer“ vertagt hat, steht das Thema am Mittwochabend erneut auf der Tagesordnung. Dieses Mal müssen die Räte einen Beschluss fassen, ob sie einen Erweiterungsbau wollen oder nicht.

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Eine Ablehnung hätte fatale Folgen für das Projekt Schulcampus Kötzschenbroda und den Bau einer neuen Oberschule. Denn auf dem Grundstück, wo die Lößnitzstadt das neue Schulgebäude mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ errichten möchte, steht derzeit noch die Kita „Harmoniestraße". Für die dort betreuten Kinder benötigt die Stadt bis Herbst 2021 ein neues Domizil, damit der Neubau der Oberschule wie geplant starten kann. Die Verwaltung schlägt daher vor, die Kapazität an der Kita „Thomas Müntzer“ auf 112 Plätze durch einen Erweiterungsbau zu vergrößern, damit diese Kindertageseinrichtung die Kinder aus der Kita „Harmoniestraße“ aufnehmen kann.

Der vorgesehene Standort auf dem Kita-Gelände an der Meißner Straße stößt allerdings bei den Eltern auf Kritik. Denn dort befindet sich der Waldpark. Unter großen Schattenspendern können ihre Kinder dort auf Holzstämmen balancieren, durch Rohre robben und die Natur hautnah erleben. Das Konzept der Kita setzt viel Wert auf Bewegung an der frischen Luft. Und dieses Bewegungskonzept sehen Eltern gefährdet, weil der Waldpark in seiner jetzigen Art dem Anbau weichen muss, ist ihre Befürchtung. Eltern fragen daher, warum der Erweiterungsbau nicht an der Westseite des Kita-Geländes errichtet werden kann. Dort verfügt die Stadt über ein brachliegendes Gelände.

OB Bert Wendsche (parteilos) verweist auf Stadtratsbeschlüsse, wonach das an der Westseite der Thomas-Müntzer-Kita gelegene Grundstück bereits als potenzielle Erweiterungsfläche für das sich südlich angrenzende Sport- und Freizeitzentrum vorgesehen ist. Neben dem „Krokofit“ möchte die Stadt ein Kleinspielfeld für den Kicker-Nachwuchs bauen. Dafür muss die dort befindliche Werferanlage gedreht werden. „Sie ist 120 Meter lang“, informiert Wendsche. Außerdem ist für die Sportler ein Umkleide- und Sanitärtrakt geplant. Zudem möchte die Stadt auf dem westlich gelegenen Grundstück an der Meißner Straße die Parkplätze für Kita, Nutzer und Gäste des Kleinspielfeldes, der nahegelegenen Kirche sowie für Anwohner konzentrieren. Für einen Kita-Bau bleibt da kein Platz.

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Der Waldpark ist mit dem Gelände der Thomas-Müntzer-Kita zwar verbunden, liegt aber auf einem separaten Grundstück. Dieses war bei der Stadtverwaltung intern schon immer als Potenzialfläche für einen Kita-Neubau, wenn es der Bedarf erfordert, vorgesehen. Der jetzige Außenbereich würde sich durch den Erweiterungsbau von rund 60 auf circa 40 Quadratmeter pro Kind reduzieren. Laut OB Wendsche steht damit noch genügend Fläche zur Verfügung, um das Bewegungskonzept auch in Zukunft umzusetzen.

Von Silvio Kuhnert

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