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Klettersport

Über 24 Sicherungsringe von Kletterwegen in der Sächsischen Schweiz zerstört

Das Foto zeigt einen zerstörten Sicherungsring im Fels des Klettergipfels Bielawächter.

Das Foto zeigt einen zerstörten Sicherungsring im Fels des Klettergipfels Bielawächter.

Sächsische Schweiz.Erst waren Wegemarkierungen zu Klettergipfeln zerstört, nun auch noch Sicherungsringe am Fels: Bergsteiger stellten in den vergangenen Monaten in der Sächsischen Schweiz wiederholt fest, dass Ringe in Kletterwegen beschädigt oder entfernt wurden. Über 24 Fälle hat der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) bislang dokumentiert. Sowohl Klettergipfel im Bielatal als auch in der hinteren Sächsischen Schweiz – unter anderem die Felsgruppe Affensteine – sind betroffen.

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Der SBB hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt und nimmt Hinweise, die zu den Tätern führen, entgegen. Denn viele Indizien sprechen für mutwillige Zerstörung. „Beschädigte Felsoberflächen, abgeflexte Ringe sowie angeschnittene Ringschäfte sind eindeutige Spuren menschlicher Gewalteinwirkungen“, teilte der Bergsteigerbund mit. Der oder die Täter scheinen aus der Kletterszene zu stammen. „Die Stellen der Zerstörungen im senkrechten Sandstein sind nur für geübte Klettersportler mit sehr guter Ortskenntnis erreichbar“, heiß es in der Mitteilung weiter. Zudem lassen sich die Taten unbemerkt nur heimlich und im Schutze der Dunkelheit begehen.

Täter spielen mit dem Leben von Klettersportlern

Der oder die Täter gefährden das Leben von Kletterern. „Ein Sturz an Stellen, wo Sicherungen fehlen oder unbrauchbar sind, kann tödlich enden“, berichtete der SBB. Er ruft daher alle Klettersportler zu ihrem eigenen Schutz auf, vor dem Einsteigen in einen Kletterweg auf die Ordnungsmäßigkeit der Sicherungsringe zu achten und etwaige Schäden dem SBB zu melden.

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Die im Sandstein verankerten Eisen- und Edelstahlringe werden vom Erstbegeher des jeweiligen Kletterweges üblicherweise an den Stellen gesetzt, wo keine ausreichenden, natürlichen Sicherungspunkte zum Absichern mit Schlingen vorhanden sind. Ist die Sicherungssituation ungenügend, werden vom SBB nach Prüfung des Einzelfalls sogenannte nachträgliche Ringe gesetzt.

Die meisten Zerstörungen gibt es in der Johanniswacht

Bei den zerstörten Sicherungseinrichtungen handelt es sich überwiegend um nachträglich angebrachte Ringe. Zahlenmäßig am häufigsten waren Beschädigungen in der Felsgruppe "Johanniswacht" im Bielatal zu finden. In einem Pilotprojekt ließ der SBB nachträglich 60 Ringe an einer Auswahl an Wegen mit ungenügender Sicherung anbringen, nachdem in einer Abstimmung knapp drei Viertel der SBB-Mitglieder dafür gestimmt hatten. Doch unter einigen Traditionalisten der Sächsischen Kletterregeln stieß das methodische Anbringen von zusätzlichen Ringhaken auf Kritik. Denn ihrer Meinung nach sollte die Sicherung im Fels üblicherweise mit Seilschlingen erfolgen. Des Weiteren sei nur der Erstbegeher eines Kletterweges berechtigt, Sicherungsringe in den Fels zu schlagen. Dies sollte auch nur ganz spärlich erfolgen. Die Traditionalisten befürchteten zudem, dass durch zusätzliche Ringe sich ungeübte Bergsportler auf Kletterwege trauen, die sie ohne Sicherungsringe nicht bestiegen hätten und sich so selbst in Gefahr bringen.

Der SBB möchte die Auswirkungen des Projektes in den nächsten Jahren evaluiert werden. Eine schmerzliche Erkenntnis sei nunmehr, dass Personen mit krimineller Energie dieses Vorgehen scheinbar verhindern wollen. „Der SBB wird trotz dieser Ereignisse weiterhin für die Erhaltung des Kletterns in der Sächsischen Schweiz im Einklang mit dem Naturschutz eintreten und für die Bewahrung der sächsischen Klettertradition kämpfen“, erklärte Alexander Nareike, erster Vorsitzender des SBB.

Von Silvio Kuhnert

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