Grundhafte Sanierung

Turm der Friedenskirche in Radebeul wird dieses Jahr zur Baustelle

Pfarrerin Annegret Fischer zeigte am Freitag den CDU-Wahlkreisabgeordneten Thomas de Maizière die Turmbaustelle der Friedenskirche.

Pfarrerin Annegret Fischer zeigte am Freitag den CDU-Wahlkreisabgeordneten Thomas de Maizière die Turmbaustelle der Friedenskirche.

Radebeul. Arbeitsplatz in schwindelerregender Höhe: Am Turm der Friedenskirche in Radebeul-Altkötzschenbroda ziehen Bauarbeiter derzeit rundherum ein Gerüst hoch. Nur noch die Turmspitze lugt frei heraus. Aber auch sie wird bald hinter dem Konstrukt verschwunden sein, spätestens am 9. April. Denn bis dahin soll das Gerüst komplett stehen und die Bauarbeiten an dem rund 50 Meter hohen Kirchturm beginnen. „Wir sanieren ihn von oben nach unten“, berichtet Pfarrerin Annegret Fischer.

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Der 30. Januar 2013 wird einigen Gemeindemitgliedern noch im Gedächtnis sein. In den Abendstunden jenes Tages löste sich nach heftigen Sturmböen ein Schmuckelement, eine Kreuzblume, von einem der Turmgiebel und krachte auf das Dach des Kirchenschiffes. Experten nahmen daraufhin den Sandstein des Turmes genauer unter die Lupe. „Sie stellten schwere Verwitterungsschäden fest“, berichtet Fischer. Der Aufstieg war für Besucher – rund 25000 genießen pro Sommer den Blick über das Elbtal – vorerst nicht möglich. Wegen der baulichen Mängel musste der Turn gesperrt werden. Alpintechniker haben ihn danach provisorisch gesichert, so dass Gäste die Stufen zum Aussichtsbalkon wieder erklimmen konnten. „Dennoch blieb eine grundhafte Sanierung des Turmes unausweichlich“, so Fischer. Um die dafür notwendige Finanzierung auf die Beine zu stellen, wandte sie sich an den CDu-Bundestagsabgeordneten Thomas de Maizière.

Auf seine Empfehlung hin gelang es, vom Bund einen Zuschuss von 196000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm IV für national bedeutsame Kulturgüter zu bekommen. Ihre nationale Bedeutung bezieht die Friedenskirche aus dem Waffenstillstand von 1645, welcher zwischen Schweden und Sachsen hier geschlossen wurde. Damit fand der Dreißigjährige Krieg bereits drei Jahre vor dem Westfälischen Frieden auf sächsischem Boden ein Ende. Der Freistaat steuert rund 140000 Euro, die Landeskirche und die Pfarrgemeinde Eigenmittel, so dass für die Instandsetzung insgesamt rund 500000 Euro zur Verfügung stehen.

Das Geld reicht sogar aus, um auch die Kirchenspitze mit neuem Schiefer einzudecken. Diese Dachdeckerarbeiten standen ursprünglich nicht auf der Agenda. „Doch wenn ein Gerüst einmal steht, wollen wir diese Gelegenheit nutzen“, sagt Fischer. Eine aufwändige Konstruktion ist notwendig. Denn das Kirchenschiff darf nicht belastet werden. Daher müssen die Gerüstbauer das Gestell so konstruieren, dass die Ostseite über dem Kirchendach quasi frei schwebt und die gesamte Last von den anderen Seiten getragen wird.

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Im November dieses Jahres soll die Verkleidung des Turmes wieder fallen. Bis dahin müssen die alten Dachschiefer runter und neue drauf, kaputte Sandsteine durch ganze ersetzt und die Fugen erneuert werden. Der Turm bekommt zudem eine neue Regenentwässerung und einen neuen Blitzschutz. Aufgrund der Arbeiten ist eine Turmbesichtigung in diesem Jahr nicht möglich.

Von Silvio Kuhnert

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