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Ermittlungen wegen Erpressung und Betrug

Thügida-Chef David Köckert weiter in Haft

David Köckert (NPD), Mitglied des Kreistages in Greitz, bei einem Gerichtsterim im Februar 2015.

David Köckert (NPD), Mitglied des Kreistages in Greitz, bei einem Gerichtsterim im Februar 2015.

Leipzig.Nach seiner Festnahme am vergangenen Dienstag ist Thügida-Chef David Köckert inzwischen in eine Justizvollzugsanstalt (JVA) des Landes Thüringen überstellt worden. Wie Sven Schroth, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera erklärte, habe der Haftrichter am Amtsgericht dem Gesuch der Ermittlungsbehörden zugestimmt. Nach Angaben der Ostthüringer Zeitung (OTZ) fand der Termin mit dem 39-Jährigen aus Sicherheitsgründen in einem besonders abgeschirmten Verhandlungssaal des Geraer Justizzentrums statt.

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Köckert gilt als einer der führenden Rechtsextremen in Ostdeutschland, war in den vergangenen Jahren aufgrund rassistischer und völkischer Agitation mehrfach Thema im Verfassungsschutzbericht des Landes Thüringen. Zuletzt fiel er unter anderem als Redner von Thügida bei fremdenfeindlichen Demonstrationen in Köthen auf. Der sächsische Ableger der rechtsextremen Gruppe reagierte nach der Verhaftung mit einer Stellungnahme auf Facebook. In der hieß es unter anderem: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns im Kampf befinden. Im Kampf gegen ein scheiß System!“

Vorwurf: Räuberische Erpressung und Versicherungsbetrug

Im aktuellen Strafverfahren geht es allerdings nicht um die politische Arbeit von David Köckert. Die Staatsanwaltschaft Gera wirft ihm vor, an einer räuberischen Erpressung beteiligt gewesen zu sein, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben und in mehreren Tattoo-Studios, die zu seinem Firmengeflecht gehören, „seit geraumer Zeit erheblich zu niedrige Sozialversicherungsbeiträge abgeführt zu haben“. Kranken- und Rentenkassen sei dadurch ein nicht unbedeutender Schaden entstanden. Neben dem 39-Jährigen stehen zwei weitere Personen im Fokus der Ermittlungen, zu denen bisher aber keine konkreten Angaben gemacht wurden.

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Bei umfangreichen Razzien am Dienstagmorgen in Thüringen und Sachsen wurden mehrere Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht, darunter in Gera, Greiz, Zeulenroda, Kirchberg, Wünschendorf und Zwickau. Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) und des Zolls stellten dabei auch Schlagringe, Pyrotechnik, Geschäftsunterlagen und Datenträger sicher.

Von Matthias Puppe

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