Krieg

Radebeul unterstützt ukrainische Partnerstadt Obuchiw

Bert Wendsche und fast alle Parteien kündigten Hilfe für die Bürger in der Ukraine an.

Bert Wendsche und fast alle Parteien kündigten Hilfe für die Bürger in der Ukraine an.

Radebeul. Tag acht seit dem Einmarsch russischer Militärstreitkräfte im Osten der Ukraine. Die Kämpfe verlagern sich laut Medienberichten immer mehr in die Städte, in denen auch vermehrt Wohngebiete angegriffen werden. Die ukrainische Hauptstadt sieht sich seit Tagen zahlreichen Bombenangriffen aus der Luft ausgesetzt. Am Dienstag beschoss Russland den Fernsehturm und das Innenministerium im Stadtzentrum.

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Nicht einmal eine Stunde mit dem Auto südlich von Kiev liegt die 40 000-Einwohner-Stadt Obuchiw, mit der Radebeul seit über 20 Jahren eine Partnerschaft pflegt. In einer gemeinsamen Resolution sprachen sich deshalb der Oberbürgermeister und Parteien des Radebeuler Stadtrates gegen den Angriffskrieg aus und kündigten Unterstützung für die Partnerstadt und die in Deutschland ankommenden Geflüchteten an.

Unterstützung für die Ukraine und die russische Zivilgesellschaft

„Die Fassungslosigkeit über den Beginn der russischen Aggression weicht mehr und mehr Empörung und Wut“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) sowie der Fraktionen Bürgerforum/Grüne/SPD, CDU, FDP, Linke und der Freien Wähler. Krieg dürfe in Europa nie wieder ein legitimes Mittel der Politik sein. Der Stadtrat bezeichnet den russischen Überfall als einen „eklatanter Bruch des Völkerrechts.“

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Radebeul stünde an der Seite der Menschen in Obuchev sowie der ganzen Ukraine. „Und wir stehen an der Seite der zivilgesellschaftlichen Kräfte in Russland und Weißrussland, die gegen diesen Krieg aufbegehren“, heißt es weiter in der gemeinsamen Resolution. „Sie verdienen unsere Solidarität und Unterstützung. Darauf können sie sich verlassen.“ Die AfD-Fraktion verurteile zwar alle kriegerischen Handlungen zur Lösung von Konflikten, beziehe aber weder zu Russland noch zur Ukraine Stellung, da sie sich in Deutschland in der Pflicht sehe, unparteiisch vermitteln zu wollen. Das teilte AfD-Stadtrat Matthias Hoffmann auf DNN-Anfrage mit.

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Seit 1999 ist die Geschichte Radebeuls eng mit Obuchiw verknüpft, weshalb Oberbürgermeister Wendsche die aktuellen Entwicklungen in Osteuropa besonders bestürzen. „In der mehr als 20-jährigen Partnerschaft haben sich enge Beziehungen zwischen unseren Städten entwickelt, persönliche Freundschaften und sogar Ehen sind entstanden“, sagt Bert Wendsche. „Der regelmäßige Schüleraustausch, Besuche und umfangreiche Kontakte zwischen den Feuerwehren unserer Städte haben ein stabiles, tragfähiges Band zwischen Obuchiw und Radebeul geflochten“, so der Oberbürgermeister weiter. Deshalb sieht sich die Stadt nun verpflichtet, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen.

Die erste Maßnahme ist die Errichtung eines Spendenkontos in Zusammenarbeit mit der Stadt Meißen, um Geld für Obuchow zu sammeln. Stand Dienstag seien bislang 8 125 Euro auf dem Konto eingegangen. Sachspenden können laut Stadtverwaltung aktuell nicht angenommen werden, da noch nicht klar ist, was genau benötigt wird. Außerdem versucht die Elbstadt in den nächsten Tagen einen medizinischen Hilfstransport nach Obuchow auf die Beine zu stellen. Hier werden vor allem Verbände und chirurgisches Nähmaterial benötigt. „Wir würden uns über Unterstützung von Unternehmen und aus der Bevölkerung freuen“, betont der Oberbürgermeister.

Wer über die aktuelle Situation und Unterstützungsmöglichkeiten auf dem neuesten Stand bleiben möchte, findet ab sofort auf der Internetseite Radebeuls eine neu eingerichtete Sonderseite. Ein weiteres Problem, ist die Ankunft von Geflüchteten, die auch in Radebeul erwartet werden. Radebeuls Stadtoberhaupt kündigt an, sie willkommen zu heißen und bittet alle Radebeuler, dem Sozialamt mitzuteilen, ob und in welcher Form sie helfen können.

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Spendenkonto, Hilfsangebote und Infoportal

Das Spendenkonto für Hilfe in der Ukraine:

Sparkasse Meißen

IBAN: DE97 8505 5000 3100 0031 00

Verwendungszweck: „831000 Nothilfe Ukraine und Obuchow“

Hinweis:

Da es sich hier um Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen handelt, ist eine Zuwendungsbestätigung an die Spendenden nicht erforderlich. Der Zahlungsnachweis genügt zur Vorlage beim Finanzamt.

Aufruf des Sozialamtes Radebeul:

Das Amt möchte wissen:

Wer kann wie viele Geflüchtete zu welcher Leistung unterbringen?

Wer kann Übersetzungen auf ukrainisch, russisch und englisch anbieten?

Wer kann medizinische Ausrüstung zu welchen Konditionen anbieten?

Wer kann Arbeitsangebote zur Verfügung stellen?

Wer helfen kann, schreibt eine E-Mail an sozialamt@radebeul.de. Die Koordinierung der Hilfstransporte liegt bei Titus Reime.

Kontakt: Telefon unter der Nummer 0351 897 196 0 oder E-Mail an info@sbf-radebeul.de

Die Sonderseite mit allen Informationen finden Interessierte unter

www.radebeul.de/obuchiw

Zum Aschermittwoch luden Stadt und Kirchgemeinde außerdem zum gemeinsamen Gedenken vor der Friedenskirche in Kötzschenbroda ein. „Wir möchten als Stadtgesellschaft ein Zeichen setzen für Frieden und Freiheit“, erklärte Oberbürgermeister Wendsche vor dem gemeinsamen Gedenken und lud die Bürger dazu ein, eine Kerze mitzubringen und gemeinsam vor dem Leid der Menschen in der Ukraine und Obuchiw innezuhalten.

Von Tim Krause

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