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Verkehr

Pirna bekommt Radweg durchs Gottleubatal

Symbolbild.

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Pirna.Einem Radweg auf eigener Trasse durch das Gottleubatal kommt die Stadt Pirna einen großen Stück näher. Der Stadtrat beschloss am Dienstagabend einstimmig, von der Deutschen Bahn die ehemaligen Zugstrecken nach Bad Gottleuba und Großcotta zu kaufen. Der Kaufpreis beträgt 243 730 Euro zuzüglich Grunderwerbsnebenkosten für Notar und Grundbuchänderung in Höhe von 12 200 Euro. Die Stadt will den Betrag in zwei Jahresscheiben in 2019 und 2020 auf das Konto der Bahn überweisen.

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Die Bahntrasse nach Großcotta wurde 1894 eröffnet. Den Personenverkehr hat die Bahn bereits 1958 eingestellt, im März 1963 endete auch der Güterverkehr im Abschnitt Zehista bis Großcotta. Vom Pirnaer Bahnhof aus wurde nur noch der innerstädtische Abschnitt bedient, und zwar bis 1998. Im Jahr darauf erfolgte die offizielle Stilllegung, 2002 der Abbau der Gleise.

Die Gottleubatalbahn ist ebenfalls Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Im August 1970 wurde auf der Gesamtstrecke der Personenverkehr, sechs Jahre später auch der Güterverkehr eingestellt. Auch hier fuhren bis Ende der 1990er Jahre nur noch Güterzüge auf dem innerstädtischen Gleis, um die Industriebetriebe zwischen Südvorstand und Rottwerndorf mit Rohstoffen zu beliefern oder um Produkte von dort abzutransportieren. Auch auf dieser Strecke erfolgte der Abbau der letzten Gleise im Jahr 2002.

Zur Jahrtausendwende war die Sandstein-Stadt mit der Bahn in Verhandlungen um einen Erwerb der ehemaligen Bahntrassen getreten. Hinter verschlossenen Türen wurde zum einen um den Preis gerungen. Hier lagen die Vorstellungen weit auseinander, was der eine für den rund 7,5 Kilometer langen Streckenast durch das Gottleubatal zwischen dem Pirnaer Bahnhof und dem ehemaligen Haltepunkt im Ortsteil Neundorf sowie für den 2,4 Kilometer langen Streckenast zwischen Pirna-Süd und Zehista haben wollte und der andere bereit war zu zahlen. Die Bahn bot im Jahr 2010 die Flächen für 400 000 Euro an, die Elbestadt war aber nicht bereit mehr als 180 000 Euro zu geben.

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Zum anderen wollte die Bahn die stillgelegten Bahntrassen nur als Gesamtpaket veräußern. Pirna war damals nur an dem Teilabschnitt ab Geibeltbad bis Dorfkern Rottwerndorf interessiert, um einen Radweg parallel zur Staatsstraße 174 durch die Südvorstadt anzulegen. Da es zu keiner Einigung kam, brach die Elbestadt die Gespräche im Jahr 2012 ab.

In der Zwischenzeit hat ein Umdenken im Pirnaer Rathaus stattgefunden. Denn in der Südvorstadt nehmen Fuß- und Radweg unter anderem durch die Eröffnung des Evangelischen Schulzentrums sowie durch die Sanierung und den Umbau der „Roten Kasernen“ zu Wohnungen zu. Auch nach Zehista bietet sich der Bau eines separaten Fuß- und Radweges an, da der Fahrzeugverkehr auf der Zehistaer Straße nach der Fertigstellung der Südumfahrung stark zunehmen wird.

Von Silvio Kuhnert

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