Nahverkehr

Nach Rechtsstreit: Grünes Licht für die Länderbahn in Ostsachsen

Die Dieseltriebwagen der Länderbahn werden weiterhin in Ostsachsen im Einsatz sein. Das Unternehmen will den Zügen allerdings ein Facelift spendieren – und kündigt eine umfassende Modernisierung im Inneren und eine frische Außengestaltung an.

Die Dieseltriebwagen der Länderbahn werden weiterhin in Ostsachsen im Einsatz sein. Das Unternehmen will den Zügen allerdings ein Facelift spendieren – und kündigt eine umfassende Modernisierung im Inneren und eine frische Außengestaltung an.

Dresden. Grünes Licht für die Länderbahn: Nach dem monatelangen juristischen Gezerre um die Bahnstrecken von Dresden in Richtung Zittau und Görlitz hat das private Eisenbahnunternehmen jetzt auch offiziell den Zuschlag für den künftigen Betrieb der Verbindungen in Ostsachsen erhalten. Damit werden die Trilex-Züge der Länderbahn bis 2031 in der Region fahren. Das Un­ternehmen kündigte zugleich an, die eingesetzten Fahrzeuge umfassend modernisieren zu wollen.

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Im Februar hatte das Oberlandesgericht in Dresden den Streit um die Vergabe für das so genannte „Ostsachsennetz II“ entschieden, das ne­ben den Strecken nach Görlitz und Zittau auch den Regionalexpress von Dresden nach Liberec und eine Verbindung von Liberec über Zittau und Varnsdorf nach Seifhennersdorf umfasst. Die Leistungen hatten die beiden beteiligten Verkehrsverbünde Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) und Oberelbe (VVO) ge­meinsam mit ihren tschechischen Partnern bereits vor einem Jahr ausgeschrieben. Der Zuschlag war zu­nächst an ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn gegangen. Das wollte die Länderbahn, die seit 2014 in der Region unterwegs ist, so aber nicht hinnehmen.

Die im Verfahren als zweiter Bieter unterlegene Länderbahn legte Beschwerde ein und argumentierte vor allem damit, dass die Tochter der Bahn bisher nur auf dem Papier existiert und als Unternehmen keine Erfahrungen bei der Beförderung von Reisenden vorweisen kann. Das war allerdings ein formales Kriterium in der Ausschreibung. Nach längerem Hin und Her entschied schließlich das Oberlandesgericht Dresden im Sinn der Länderbahn (DNN berichteten).

Formal mussten nun zunächst al­lerdings die Verkehrsverbünde und die Behörden in Tschechien der Vergabe an die Länderbahn noch zu­stimmen. Das ist inzwischen erfolgt. Bei der Länderbahn zeigt sich Ge­schäftsführer Wolfgang Pollety zu­frieden: „Für uns ist das eine große Freude, nach fast anderthalb Jahren Unsicherheit und juristischen Tauziehens am Ende als bester Bieter ausgewählt worden zu sein.“

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Die lange ausstehende Entscheidung setzt die Beteiligten nun aber auch zeitlichen unter Druck. Zvon-Chef Hans-Jürgen Pfeiffer verweist auf die Ausarbeitung der genauen Fahrpläne: „Durch die zeitlichen Ver­zögerungen wird das an­spruchsvoll für beide Partner.“ Zu­gleich muss die Länderbahn nun in kürzester Zeit die Anforderungen des neuen Verkehrsvertrages ab­ar­beiten. Wolfgang Pollety verweist un­ter anderem auf die Modernisierung der Fahrzeugflotte.

Das Innere der Dieseltriebwagen soll gründlich aufgemöbelt, die Ausstattung ergänzt werden. Und auch äu­ßerlich werden sich die Zü­ge verändern. Die Länderbahn möchte den grau-grünen Wagen ei­ne neue Ge­staltung verpassen. „Wir bitten allerdings um Verständnis, dass diese Ar­beiten nun aufgrund der sehr kurzen Vorlaufzeit erst während des weiterlaufenden Betriebs abgeschlossen werden können“, erklärt Wolfgang Pollety. Erst nach und nach, so sagt der Länderbahnchef, werden die mo­dernisierten Fahrzeuge dann zum Einsatz kom­men.

Bereits bei der Vergabe des Ostsachsennetzes 2014 hatte es heftigen Knatsch zwischen Bahn und dem privaten Mitbewerber gegeben. Da­mals war allerdings die Bahn, die bis dahin auf den Strecken des Ostsachsennetzes II unterwegs war, als zweiter Sieger aus der Ausschreibung hervorgegangen – und hatte deshalb ein Veto bei der Vergabekammer eingelegt. Allerdings zog auch damals schon der Verkehrsriese den Kürzeren. Bei der neuerlichen Ausschreibung hatte sich neben Bahn und Länderbahn kein weiteres Unternehmen um das Ostsachsennetz II beworben.

Von Sebastian Kositz

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