Großprojekt

Kritik am Umbau der Felsenbühne Rathen

So soll die Felsenbühne Rathen nach dem Umbau wirken. Nicht alle sind begeistert von den Plänen.

So soll die Felsenbühne Rathen nach dem Umbau wirken. Nicht alle sind begeistert von den Plänen.

Rathen. Am 1. September wird sich der Vorhang der Felsenbühne Rathen vorerst zum letzten Mal heben. Danach beginnen die Landesbühnen Sachsen nämlich mit dem großangelegten Umbau ihrer Kulturstätte. Bis April 2022 soll der Zugangsweg durch den Amselgrund fertiggestellt, ein zweistöckiges Funktionsgebäude errichtet und die Bühne modernisiert werden. Kostenpunkt: rund 14,2 Millionen Euro.

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Doch nicht alle Rathener Bürger sind erfreut über das Großprojekt: Den ehemaligen Bürgermeister des Kurortes, Peter Langmann, erzürnen die Baupläne etwa. Vor ein paar Tagen hat er einen offenen Brief an Finanzminister Wolfgang Voß, Umweltminister Thomas Schmidt und Landrat Michael Geisler (alle CDU) verschickt.

1000 Transporte im Monat

In seinem Schreiben kritisiert Langmann die Logistik des Umbaus. „Die Baumaterialien sollen über Walthersdorf auf ein Zwischenlager transportiert werden. Nach dem Umladen geht es durch den Kurort weiter zur Felsenbühne. Dies gefährdet die jahrhundertealte Bausubstanz des Ortes“, meint Langmann, der viele Rathener hinter sich wisse. Einige von ihnen hätten sogar schon Unterschriften gesammelt.

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Knapp 1000 Mal im Monat könnten Transportfahrzeuge in der Winter- und Frühjahrszeit durch das 350-Seelen-Dorf zur Felsenbühne rollen. Danach werden zwischen 150 und 350 Einzelfahrten pro Monat erwartet, wie die Landesbühnen mitteilen. Für Langmann ist das unverständlich – zumal die Möglichkeit bestünde, Transporte fernab vom bebauten Gebiet über den sogenannten Pionierweg zu führen.

Diese Variante schließen die Bauplaner jedoch aus, weil sie größtenteils über Wegabschnitte verlaufe, die sich in geschützten Wäldern befinden. Der Pionierweg sei nur mit hohen Beeinträchtigungen der Landschaft nutzbar, heißt es von der Landesbühnen Sachsen. „Gesetzlich gefordert wird in den Schutzgebieten immer ein Nachweis der Alternativlosigkeit. In unserem Fall existiert durch die öffentlichen Straßen eine eingriffsarme Alternative“, erklärt Artemis Willms, kaufmännische Geschäftsführerin der Landesbühnen.

Sie verstehe indessen die Sorgen wegen des Bauprojekts. „Gemeinsam mit dem Bürgermeister des Kurortes und allen Beteiligten werden wir dafür sorgen, die Belastungen so gering wie möglich zu halten“, so Willms weiter. „Zur Schonung des Ortes werden nur kleinere Fahrzeuge eingesetzt. Zur Reduzierung der Einzelbelastung wird zudem in Zweier-Kolonnen à drei Fahrzeugen geplant.“

Gebäude passt sich der Natur an

Die Felsenbühne Rathen wird seit über 80 Jahren bespielt. Der Verschleiß an Gebäuden und Anlagen erfordere zeitnahe Baumaßnahmen, begründen die Landesbühnen. Der Wehlgrund werde laut Kritikern durch das neue, zweistöckige Gebäude optisch zerstört. Doch dem widersprechen die Landesbühnen Sachsen: „Das Bauvorhaben passt sich mit seinen begrünten Dachteilen sowie mit der Holzverkleidung des Funktionsgebäudes harmonisch in die Landschaft des Nationalparks ein“, sagt Willms.

Für die notwendige Schließzeit der Felsenbühne soll übrigens ein Theaterzelt als Interimsspielstätte in Rathen eingerichtet werden. Geplant sind Inszenierungen von „Annie Get Your Gun“, „Kiss Me, Kate“, „Peter Pan“ und „Der Frosch muss weg“.

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Von Junes Semmoudi

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