Radebeul

Karl-May-Stiftung hat Museumschefin fristlos entlassen

Claudia Kaulfuß

Claudia Kaulfuß

Radebeul. Claudia Kaulfuß ist nicht mehr Chefin des Karl-May-Museums in Radebeul. Sie wurde von der Karl-May-Stiftung fristlos entlassen. Dies bestätigte Werner Schul, Vorsitzender der Stiftung, den DNN. Als Interimsmuseumschef wurde sein Stellvertreter, Ralf Harder, eingesetzt. Er leitet die Geschicke der Einrichtung bis April. Dann tritt Christian Wacker die Stelle des Direktors an. Eigentlich sollte der 51-jährige Archäologe und Museologe gemeinsam mit Kaulfuß eine Doppelsitze bilden. Doch jetzt wird er vorerst auch die kaufmännische Leitung in Personalunion übernehmen.

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Die Nachricht von der Kündigung kam sehr überraschend. Fast zehn Jahre war Kaulfuß als kaufmännische Direktorin im Museum tätig. Seit dem Ausscheiden von René Wagner als Direktor im Jahr 2013 leitete die 50-Jährige die Ausstellung über Karl May, den berühmten Autor von Abenteuerromanen, sowie die Indianer Nordamerikas allein. Nach Jahren des Besucherschwunds gelang es ihr, die Zahl der Gäste im vorigen Jahr um 4000 auf 57 010 im Vergleich zu 2016 zu steigern.

Über die Gründe für die plötzliche Entlassung hält sich die Karl-May-Stiftung sehr bedeckt. Vorstandsmitglied OB Bert Wendsche (parteilos) wiederholte auf DNN-Nachfrage nur eine kurze Stellungnahme, die Vorstandskollege Harder bereits gegenüber dem Internetblog „Karl-May-Magazin“ getätigt hatte: „Frau Kaulfuß scheidet aus der Geschäftsführung der Karl-May-Stiftung und der Karl-May-Museum gGmbH aus. Es besteht gegenseitiges Einvernehmen, diese Entscheidung nicht näher zu erläutern.“ Stiftungsvorsitzender Schul deutete nur an, dass die bisherige Museumschefin einen Vertrag mit weitreichenden Konsequenzen für das Museum unterschrieben habe. Nach diesem Vorkommnis sei die fristlose Kündigung alternativlos gewesen, so Schul.

Unter der Führung von Kaulfuß wurden große Pläne für die Neugestaltung des Musentempels geschmiedet. Es handelt sich um ein rund 7,5 Millionen Euro teures Projekt, zudem unter anderem ein Neubau an der Meißner Straße gehört. Einem nicht dementierten Zeitungsbericht zufolge soll Kaulfuß ihre Kompetenz dahingehend überschritten haben, dass sie einen Vertrag mit einem Planungsbüro ohne vorheriger Ausschreibung abgeschlossen habe.

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Von Silvio Kuhnert

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